Windows 7: Bald wird es gefährlich

von Redaktion

In genau einem Jahr kommt auf Millionen von Computernutzern ein gewaltiges Problem zu. Denn wie Microsoft jetzt offiziell bekannt gegeben hat, endet am 14. Januar 2020 die Unterstützung (Support) für Windows 7. Das System bekommt dann keine Sicherheitsaktualisierungen mehr, Lücken werden nicht mehr geschlossen.

VON JÖRG HEINRICH

Wenn Microsoft den Support einstellt, wird die Nutzung eines Rechners mit Windows 7 brandgefährlich. Wir erklären, was das genau bedeutet, und was Verwender eines Windows-7-PC jetzt tun sollten.

Wie verbreitet ist Windows 7 überhaupt noch?

Enorm verbreitet! Obwohl Windows 7 heuer bereits zehn Jahre alt wird, war der Oldtimer noch bis letzten November das weltweit meistverwendete Computer-Betriebssystem. Erst dann ist Nach-Nachfolger Windows 10 mit einem Marktanteil von 39,2 Prozent (Windows 7: 36,9 Prozent) vorbeigezogen. Aber das bedeutet immer noch, dass mehr als ein Drittel der Rechner weltweit eine Software verwenden, die in einem Jahr zum Risiko wird – eine enorme Gefahr für die Datensicherheit. Firmenkunden können den Support kostenpflichtig um bis zu drei Jahre verlängern. Privatnutzer haben nichts davon: Denn für sie gilt dieses Angebot nicht.

Was genau passiert am 14. Januar 2020?

Das ist der Stichtag, ab dem Microsoft auf neu gefundene Fehler in Windows 7 nicht mehr reagiert. Im Software-Geschäft ist das ein normaler Vorgang, jedes Programm hat irgendwann das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Grundsätzlich laufen Rechner mit Windows 7 zwar auch danach wie gewohnt weiter. Aber Nutzer, die dann mit so einem PC ins Internet gehen, leben ohne die bisher üblichen Sicherheits-Updates gefährlich. Wer ausschließlich offline arbeitet, zum Beispiel zum Schreiben und Ausdrucken von Briefen, muss sich zwar keine Sorgen machen. Doch das ist nur mehr ein Bruchteil der Nutzer. Weiteres Problem: Auch für viele ältere Windows-7-Programme dürften die Anbieter dann die Aktualisierungen einstellen.

Wie hoch ist das Risiko?

Sehr hoch. Bis heute sind über 1000 Sicherheitslücken in Windows 7 bekannt geworden, und es kommen immer noch neue dazu. Experten gehen davon aus, dass sich das auch nach 2020 so fortsetzt. Doch weil diese Lücken dann nicht mehr geschlossen werden, können Kriminelle sie gezielt ausnutzen, um Viren und andere Schadsoftware auf Rechnern einzuschleusen – um so zum Beispiel Daten zum Online-Banking oder zum Online-Einkaufen zu erbeuten. Weil Windows 7 dermaßen weit verbreitet ist, wird es als Ziel nur noch attraktiver. Selbst der aktuellste Virenschutz hilft dann nicht mehr, weil er die grundlegenden Sicherheitslöcher im Betriebssystem nicht stopfen kann.

Was sollen Windows-7-Nutzer tun?

Auch wenn es Nerven, Zeit und oft auch Geld kostet, sollten betroffene Nutzer ihre Rechner jetzt möglichst frühzeitig auf das aktuelle Windows 10 aufrüsten. In aller Regel funktioniert Windows 10 auf bisherigen Windows-7-Rechnern ordentlich. Die recht überschaubaren Hardware-Anforderungen listet Microsoft hier auf: bit.ly/w10-test. Übrigens: Der Nachfolger Windows 8.1 ist nicht betroffen, ihn unterstützt Microsoft noch bis 2023. Es lohnt sich aber nicht, von Windows 7 auf 8.1 umzusteigen. Wer den Aufwand betreibt, sein System zu aktualisieren, sollte gleich zum aktuellen Windows 10 wechseln.

Was kostet Windows 10?

Im Gegensatz zu Apple, das den Kunden sein macOS-System kostenlos zur Verfügung stellt, langt Microsoft kräftig hin. Offiziell kostet die Home-Version 145 Euro. Doch so viel zahlt kaum jemand. Online gibt es Lizenzen schon um die 20 Euro. Hier finden sich aber viele schwarze Schafe. Käufer sollten deshalb sehr genau die Bewertungen studieren und nur bei einem vertrauenswürdig klingenden Händler aus Deutschland bestellen. Auch ein legales Schlupfloch, um Windows 10 kostenlos zu bekommen, funktioniert für viele Nutzer nach wie vor. Das „Windows MediaCreationTool“ (bit.ly/w10-laden) liefert ein komplettes Windows 10. Zur Installation braucht der Nutzer aber die legale Seriennummer seines Windows 7. Wer die nicht mehr zur Verfügung hat, kann sie mit dem Programm ShowKeyPlus (bit.ly/w7-lizenz) auslesen.

Welche Alternative gibt es?

Wenn der alte PC seine besten Zeiten ohnehin schon hinter sich hat, ist ein neuer Rechner mit vorinstalliertem Windows 10 oft die beste Wahl. Preistipp von „Chip“ für einen leichten, sehr mobilen Windows-Laptop ist das Acer Swift 1 (ab 329 Euro) – flott genug für Surfen, Schreiben oder Mailen und mit 1,3 Kilo extrem kompakt. Für aufwendigere Multimedia empfiehlt die Stiftung Warentest ihren aktuellen PC-Sieger (Note 2,0) Acer Aspire 5 A515, der in allen Kategorien wie Bildschirm, Akku oder Bedienung gut abschneidet. Je nach Ausstattung gibt es diesen Rechner ab 450 Euro. Er lässt sich für Videoschnitt oder Spiele aber auch auf bis zu 1000 Euro aufrüsten.

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