Wellness – für Körper und Geist

von Redaktion

Ein Besuch in der Sauna, ein Aufenthalt in der Infrarotlichtkabine oder Schwimmen im Thermal-Bad? Wer sich im Winter aufwärmen will, hat viele Optionen. Aber: Was tut gut – und was eher nicht? Ein kleiner Faktencheck.

VON SABINE MEUTER

Minusgrade und Schnee? Das gehört zur kalten Jahreszeit! Doch gerade Senioren reagieren im Winter besonders empfindlich. Ältere haben nun mal weniger Fettgewebe in der Unterhaut und auch weniger Muskelmasse. Das wiederum trägt dazu bei, dass sie leichter frieren. Wenn dahinter keine krankhafte Ursache steckt, hilft nur eines: dick anziehen und sich viel bewegen. Wer Lust hat, kann sich auch – ab und zu – eine wärmende Wellnessbehandlung gönnen. Aber Vorsicht: Nicht alles ist für jeden geeignet. Hier unsere Expertentipps:

Fangopackungen

Eine Fangopackung wärmt nicht nur, sie lockert auch das Gewebe. „Die aus gemahlenem Vulkangestein bestehende Fangopackung hat bei der Auflage auf den Körper eine Temperatur von 40 bis 50 Grad“, erklärt Lutz Hertel, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wellness Verbands. Man wird in Tücher oder Folie gepackt, damit die Wärme nicht verloren geht. Die Anwendungszeit beträgt 20 bis 40 Minuten.

Die im Schlamm enthaltenen Mineralstoffe dringen in den Körper ein. „So lassen sich auch Gelenkschmerzen und Muskelverspannungen lindern“, erklärt Barbara von den Driesch, Präsidentin des Fachverbands Wellness, Beauty und Gesundheit. Wer unter Herz-Kreislauf-Problemen leidet, sollte aber vorab einen Arzt um Rat fragen!

Fangopackungen sind in Wellnesseinrichtungen, Kurbetrieben und Physiotherapiepraxen zu bekommen. Bei einer ärztlichen Verordnung zahlen in der Regel die Krankenkassen. „Als Selbstzahler kann man mit Kosten von rund 1,50 Euro pro Anwendungsminute rechnen“, heißt es.

Warmes Vollbad

Warme Vollbäder bieten viele „Day Spas“ und Wellnesshotels an. Die Kosten hierfür liegen in der Regel zwischen 1 und 1,50 Euro pro Minute Badezeit – ein Vollbad zu Hause ist damit deutlich günstiger. Einrechnen muss man Kosten für Wasser, Abwasser, Energiekosten sowie die Kosten für den Badezusatz. Die Wassertemperatur sollte zwischen 35 und 38 Grad Celsius liegen.

Der zeitliche Abstand zur letzten Mahlzeit sollte mindestens eine Stunde betragen, rät Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Die Badedauer liegt zwischen 10 und 20 Minuten. Vorsicht ist beim Aussteigen aus der Wanne! „Wer zu schnell vom Liegen zum Stehen kommt, riskiert Kreislaufprobleme mit Sturzfolge“, warnt Experte Hertel. Menschen mit Krampfadern oder Venenproblemen verzichten am besten ganz auf warme Vollbäder. Das kann sonst gefährlich werden.

Massage mit Warm-Öl

Sie löst Verspannungen, lindert Schmerzen – und verbessert die Durchblutung. Auch dadurch friert man weniger. „Damit eine Massage mit warmem Öl ihre volle Wirkung entfalten kann, sollte sie eine Stunde dauern“, sagt Expertin von den Driesch. Für Selbstzahler liegen die Kosten meist auch wieder zwischen 1 und 1,50 Euro pro Behandlungsminute.

Bei akuten Entzündungen, Fieber und Hauterkrankungen sollten keine Massagen erfolgen. „Gefahr besteht auch bei Krampfadern, weil sich durch den Massagedruck Thromben lösen können“, warnen Fachleute.

Thermalbad-Besuch

Ein Thermalbad ist erst mal nicht mehr als ein Becken mit warmem Wasser. Hat der Betrieb das Prädikat „Staatlich anerkanntes Thermalbad“, dann hat das Wasser oft noch weitere Qualitäten, etwa Mineralstoffe, Sole oder Schwefel. Im größeren Becken übt das Wasser von allen Seiten mehr Druck auf den Körper aus – als etwa in der hauseigenen Badewanne. Von diesem hydrostatischen Druck gehen neben der Wärme die Haupteffekte des Thermalbadens aus: „Das Gewebe wird entwässert, die Venenfunktion verbessert, der Stoffwechsel aktiviert“, erklärt Experte Hertel. Die Wärme fördert die Durchblutung, ist gut für die Gelenke und reduziert Verspannungen.

Der Eintritt in ein Thermalbad richtet sich nach der Dauer des Aufenthalts und dem Spektrum der weiteren Einrichtungen, die das Bad zu bieten hat, etwa einer Saunalandschaft. Die Preise für einen Tagesaufenthalt liegen in der Regel zwischen 15 und 45 Euro.

Saunabesuch

In der klassischen Sauna herrschen meist zwischen 80 und 100 Grad Hitze. Auf der Haut wird es bis zu 41 Grad warm. Das ist gesund. „Der Tonus der Arterien verringert sich, der Blutdruck sinkt, der Puls steigt“, sagt Experte Hertel. Mehr als acht bis zwölf Minuten sollte ein Saunagang aber nicht dauern. Dann folgt die Abkühlung an kalter Luft, mit kaltem Wasser, Eis oder Schnee.

Das Immunsystem wird durch den Heiß-Kalt-Wechsel trainiert. „Wem die klassische Sauna zu heiß ist, der kann auch in eine Bio-Sauna gehen“, rät Expertin von den Driesch. Aber: Bei Herz- und Venenerkrankungen ist Vorsicht geboten. Betroffene sollten mit ihrem Arzt sprechen.

In Deutschland gibt es mehr als 2000 öffentliche Saunen. Ein mehrstündiger Besuch kostet in der Regel zwischen 10 und 20 Euro.

Infrarotlichtkabine

In einer Infrarotlichtkabine schwanken die Temperaturen zwischen 35 und 45 Grad Celsius. „Die Wirkung auf Kreislauf und Stoffwechsel ist ganz ähnlich wie bei der klassischen Sauna – die manche Menschen aber als zu heiß empfinden“, sagt Experte Hertel. Die Infrarotstrahlung wärmt nur die äußeren Hautschichten und ist damit weitgehend unbedenklich. In manchen Kabinen wird auch kurzwelliges Infrarotlicht verwendet. In solchen Fällen müssen die Augen geschützt werden! Der Aufenthalt in einer Infrarotlichtkabine dauert in der Regel etwa 30 Minuten.

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