Ab 80 unters Messer: Zahl der Herz-OPs deutlich gestiegen

von Redaktion

In Deutschland ist die Zahl der Herzoperationen bei betagten Patienten überproportional angestiegen: Gab es im Jahr 2000 rund 4225 Herz-Operationen bei Menschen über 80, waren es nach den jüngsten Zahlen für 2017 bereits 16 242 Eingriffe, heißt es im aktuellen Herzbericht, der jüngst vorgestellt wurde. In keiner anderen Altersgruppe haben sich die OP-Zahlen laut Bericht in diesem Ausmaß entwickelt.

Ärzte erklären sich den großen Zuwachs nicht allein mit der alternden Gesellschaft. Neben schonenderen Narkosen gebe es heute minimal-invasive Techniken und OP-Methoden ohne Brustkorb-Öffnung, sagt Wolfgang Harringer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Das verringere das Risiko. Die heutige Generation der über 80-Jährigen sei auch eine völlig andere: „Die Menschen sind fitter und aktiver.“

Die Entwicklung sei auch eine Folge des Wohlfahrtsstaates: OPs würden auch noch im hohen Alter ausgeführt, weil Patienten dann zum Beispiel weniger Brustschmerzen und Atemnot hätten – und dadurch mehr Bewegungsfreiheit.

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