Organspende: Neustart ins Leben

von Redaktion

Eine Organspende kann das Leben schwerkranker Patienten retten. Doch wie läuft eine Transplantation eigentlich ab? Und: Was kommt danach? Hier lesen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

VON ANDREA EPPNER

„Wir haben ein Spenderorgan für Sie“ – auf diesen Satz warten Patienten manchmal jahrelang. Wenn dann endlich das Telefon klingelt, muss es dennoch schnell gehen: Von der Organentnahme bis zur Transplantation darf nicht zu viel Zeit vergehen. Außerhalb des Körpers überleben die Spenderorgane nur wenige Stunden. Und: Je schneller sie eingepflanzt werden, desto besser funktionieren sie später.

Wer auf der Warteliste für ein Organ steht, muss daher jederzeit erreichbar sein. Länger als zwei bis drei Stunden sollte es auch nicht dauern, bis er es in das Transplantationszentrum schafft, in dem er gemeldet ist. Dort wird er sofort für die Operation vorbereitet. Da ist das Spenderorgan meist schon auf dem Weg in die Klinik. Beim Transport liegt es in einer speziellen Transportbox, gut gekühlt und in Konservierungsflüssigkeit.

Besonders schnell muss es bei Herzen und Lungen gehen: Nur etwa vier bis sechs Stunden dürfen hier zwischen Entnahme und Transplanatation liegen, heißt es dazu bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Zum Vergleich: Bei einer Niere bleibt deutlich mehr Zeit: bis zu 24 Stunden.

Möglich ist eine Transplantation nur, wenn die medizinischen Daten des Spenderorgans zum Empfänger passen – ehe ein Patient auf die Warteliste kommt, werden diese erhoben. Dazu gehören etwa wichtige Gewebemerkmale, die übereinstimmen müssen. So können die Mitarbeiter des Transplantationszentrums die Daten von Empfänger und Spender bereits abgleichen, bevor sie ihren Patienten informieren.

Allerdings: Es reicht nicht ganz, wenn das Organ zum Empfänger passt. Liegt letzterer nämlich gerade mit Grippe im Bett oder ist er viel zu geschwächt, um die Operation zu überstehen, bekommt ein anderer das Organ. Im Transplantationszentrum folgen daher weitere Voruntersuchungen. Dazu gehören etwa eine Blutabnahme und ein EKG, um den Zustand des Herzens zu überprüfen.

Oft bekommt der Patient sogar schon vor dem Eingriff „Immunsuppressiva“. Das sind Arzneien, die das Abwehrsystem dämpfen: Sie sollen verhindern, dass der Körper das Spenderorgan später abstößt – weil er es für „fremd“ und daher für gefährlich hält. Patienten müssen diese Medikamente lebenslang nehmen.

Der Ablauf der Transplantation richtet sich nach der Art des Organs (siehe unten). Auch auf der Internetseite www.transplantation-verstehen.de gibt es dazu viele weitere Informationen zu den einzelnen Organen.

Nach einem erfolgreichen Eingriff beginnt für viele Patienten ein neues Leben – allerdings eines mit Einschränkungen: Nach der Rehaphase kehren sie nach und nach in den Alltag zurück. Dennoch gehören fortan weitere Kontrolltermine beim Arzt und jeden Tag Medikamente für sie dazu. Das aber nehmen die meisten Patienten gern in Kauf – für das Geschenk eines neuen Lebens.

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