HPV-Infektion: Ansteckung beim Küssen?

von Redaktion

Leserin: Bei der Krebsvorsorge hat der Frauenarzt einen Abstrich gemacht und Veränderungen vom Grad „Pap Iva-p“ entdeckt. Es folgte eine Konisation, bei der alles entfernt wurde. Im Befund steht: „CIN III“ und „kein Anhalt für Malignität“. Nun steht ein Kontrollabstrich an, ein HPV-Test, dann die Impfung. Darf ich noch jemanden küssen, kann es erneut zu Veränderungen kommen und muss ich jetzt bei jeder neuen Infektion mit HPV dasselbe befürchten? Ich will auch mal Kinder, da muss das Kondom wegbleiben.

Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) sind bei jungen Frauen sehr häufig. Bei manchen können in der Folge auffällige Abstriche bei der Krebsvorsorge vorkommen, die ein Hinweis für Zellveränderungen am Gebärmutterhals sind – so wie in Ihrem Fall. Wird das nicht entsprechend behandelt, kann daraus sogar Gebärmutterhalskrebs entstehen. Dass die Vorstufen – dafür steht das „CIN III“ – durch die Konisation erfolgreich entfernt wurden, ist erst mal eine gute Nachricht. In der Nachsorge werden erneut Abstriche und auch HPV-Tests durchgeführt. Auch eine Impfung kann in diesem Fall sinnvoll sein, um das Risiko erneuter Zellveränderungen zu reduzieren. Die optimale Wirksamkeit kann die HPV-Impfung aber vor allem dann entfalten, wenn sie bereits in jungen Jahren erfolgt: Dann entstehen erst gar keine höhergradigen Zellveränderungen – oder gar Gebärmutterhalskrebs. Wichtig: Die Impfstoffe wirken nicht gegen alle HPV-Varianten, sondern nur gegen besonders gefährliche Virustypen. Eine Infektion mit anderen Niedrig-Risiko-Virustypen ist also auch nach einer Impfung noch möglich. Hinsichtlich Küssen und anderer Aktivitäten muss man sich aber keine großen Sorgen machen, denn HP-Viren sind insgesamt sehr verbreitet.

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