Gesund kochen macht gute Laune

von Redaktion

Zum Mittagessen Chips für Kinder? Ernährungsberaterin Agnes Streber hat damit kein Problem – solange sie aus Grünkohl sind. Die Münchnerin gibt Tipps, wie man gesunde Küche in den Familien(Alltag) leicht integrieren kann.

VON ANGELIKA MAYR

„Kinder sind neugierig und offen für alles“, sagt Agnes Streber. „Deswegen essen sie auch fast alles.“ Und die Chips seien in ihren Kinder-Abnehm-Kursen der Renner. Allerdings, so schränkt die Ökotrophologin gleich ein, müssten Mama und Papa dabei schon einige Regeln beachten.

Diese versucht sie in ihrem Ernährungsinstitut „KinderLeicht“ in München-Pasing beiden Seiten zu vermitteln. Vor 20 Jahren hat die gelernte Köchin ihr Institut gegründet. Ihre heute 28-jährige Tochter Noemi musste damals oft als Testesserin herhalten. Beispielsweise bei den Hirsenocken-mit-Tomatensoße-Rezepten.

Etwas Vertrautes wie die Tomatensoße mit etwas Neuem wie den Nocken zu verbinden, sei eine gute Taktik, Kindern anderes Essen schmackhaft zu machen. „Die Soße lieben sie, dann probieren sie die Nocken zumindest“, sagt Streber. „Selbst wenn sie diese dann nicht ganz essen – ihr Geschmack ist ja beim Kochen mit in die Soße übergegangen.“ Und vielleicht versucht der Nachwuchs die Nocken beim nächsten Mal.

Die Kinder nach dem „Probier-doch-mal“-Motto zu drängen, sei falsch, erklärt die Ernährungsberaterin. Das erzeuge mehr Widerstand und sei für beide Seiten frustrierend.

Besser sei es, die eigene, überzeugte Haltung zu vermitteln und zu sagen: „Ist das gut!‘“ Und dann könne man es beim nächsten Mal noch einmal versuchen.

Unübertroffen sei aber immer noch, die Kinder mitkochen und vor allem mitwürzen zu lassen. Gut zu wissen: Viele Kinder favorisieren Gemüse roh.

Beim Miteinanderkochen könne jeder nach Gusto selbst machen. Eigene Entscheidungen treffen, gute Unterhaltungen ohne Vorwürfe zu führen, entspannen und gleichzeitig Spaß zu haben – alles wichtige Zutaten für ein Kind, das Gekochte gleich viel lieber zu mögen.

In ihren 9-monatigen Abnehm-Kursen, in denen sie zehn 8- bis 12-Jährige betreut, stehen die Kinder selbst am Herd und Schneidebrett. „Wenn wir zum Beispiel Brot backen und dazu Brokkolisuppe servieren, fragt keiner mehr nach Toastbrot“, sagt Streber. Schon allein der Duft, wenn das Brot frisch aus dem Ofen komme, verführe die Kinder.

Eine Familie aus solch einem Kurs habe daraus ein Familien-Ritual initiiert: Freitags veranstaltet sie sogenannte Eventabende. Zusammen suchen sie sich ein Rezept aus, kaufen ein und kochen gemeinsam. „Das Handy ausschalten, sich Zeit für die Familie und damit auch für das Essen zu nehmen, kommt heute immer seltener vor“, bedauert Streber.

Gerade ab der ersten Klasse werde das Leben der Familie und vor allem das der Kinder stressiger. Dann würden auch viele sprunghaft zunehmen. So ein Abend zwischendrin sei für alle eine Flucht aus dem Alltag. Dann zähle nur die Familie. Das wissen auch Kinder zu schätzen.

Genießen und nicht alles verbieten – das gilt auch für Süßes. Agnes Streber hat zuhause Schokolade immer griffbereit.

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