Gürtelrose: Was hilft gegen den Schmerz?

von Redaktion

Leser, 78: Im Herbst 2017 bekam ich eine Gürtelrose, auf der linken Körperhälfte vom Bauch bis zur Wirbelsäule. Der Ausschlag ist abgeheilt, die Schmerzen sind immer noch sehr stark. Ich nehme drei Mal täglich 800 Milligramm „Gabapentin“. Wie werde ich die Schmerzen los – und das möglichst ohne Schmerzmittel?

Die Gürtelrose ist eine virusbedingte Erkrankung. Der bläschenförmige Ausschlag verläuft immer strikt halbseitig, an dem vom Virus betroffenen Nerv entlang. Der Ausschlag selbst heilt meist innerhalb weniger Tage ab. Da sich das Virus jedoch entlang der Nervenbahnen ausbreitet, führt es zu einer „Neuritis“. Das ist eine Nervenentzündung, die mit sehr starken Schmerzen einhergehen kann. In seltenen Fällen können diese noch lange nach Abheilen der Gürtelrose bestehen. Man spricht dann von einer „postzosterischen Neuralgie“, die sehr quälend sein kann und oft schwierig zu behandeln ist. Das Medikament, das bei Ihnen zum Einsatz kommt, ist richtig gewählt, wirkt aber offenbar nicht ausreichend. Ich rate Ihnen daher, sich an einen Schmerzspezialisten bzw. ein Schmerzzentrum einer Klinik zu wenden. Eine Therapie ganz ohne Schmerzmittel wird wahrscheinlich nicht gelingen. Man könnte es hierzu aber zum Beispiel mit Nervenblockaden versuchen. Es gibt auch Berichte über positive Effekte mit Capsaicin-haltigen Cremes. „Capsaicin“ ist der Stoff, der Chilischoten die Schärfe gibt. Er kann auch bewirken, dass sich an Nervenenden Schmerzüberträger-Moleküle entleeren, was im günstigsten Fall schmerzlindernd wirkt.

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