„Alexa, wie fallen die Noten bei Warentest aus?“ Auf diese Frage hat Amazons Sprachassistentin keine positiven Antworten parat. Denn in ihrer neuesten Untersuchung stellen die Tester sämtlichen smarten Lautsprechern, vom Amazon Echo bis zum Apple HomePod, schlechte Zeugnisse aus. Grund sind vor allem massive Mängel der allzu neugierigen Geräte in Sachen Datenschutz. Wir verraten, woran es hapert.
Die Testobjekte
Warentest hat 18 Boxen mit Sprachassistenten von Amazon, Google und Apple unter die Lupe genommen. Die Geräte kommen nicht nur von den drei US-Giganten, sondern auch von Fremdherstellern. Zehn Lautsprecher im Test, darunter der Amazon Echo Plus (120 Euro), der Sonos One (220 Euro), der Libratone Zipp 2 (250 Euro) und der Ultimate Ears Megablast (170 Euro), nutzen Amazons Alexa. Sieben, darunter der Google Home (130 Euro) und der JBL Link 20 (150 Euro), verwenden den Google Assistant. Apples Assistentin Siri werkelt nur im hauseigenen HomePod (300 Euro).
Die Funktionen
Nachrichten und Wetter vorlesen, Musik abspielen, Ärzte oder Kochrezepte heraussuchen, das Licht ein- und ausschalten oder das Smarthome steuern – die grundlegenden Sprachbefehle beherrschen die meisten Geräte. Beim Funktionsumfang gibt es für alle Boxen mit Alexa und dem Google Assistant ein „gut“, in dieser Hinsicht werden die Käufer nicht enttäuscht. Nur der HomePod fällt mit einer „befriedigenden“ 3,4 stark ab. Gründe: Er nutzt als Streamingdienst ausschließlich Apple Music, und seine Assistentin Siri hinkt beim Sprachverständnis nach wie vor hinterher. Außerdem bietet der HomePod keine Bluetooth-Funktion. Er läuft nur im WLAN-Netz und ausschließlich mit Apple-Geräten.
Der Klang
Am besten klingen mit der Note 1,6 der Sonos One und der Ultimate Ears Megablast. Dahinter landet der HomePod (1,7), der zwar etwas basslastig wirkt, der aber völlig unabhängig vom Aufstellungsort für sehr guten Sound sorgt. Amazons Echo Plus (2,1) und Echo (2,4) halten sich vergleichsweise gut. Mit den schlechtesten Ton im Test (3,6 und 3,9) liefern Google Home und Google Home Mini.
Der Datenschutz
Hier fallen alle 18 getesteten Lautsprecher durch. Sämtliche Hersteller, so Warentest, „setzen in ihren Datenschutzerklärungen grundlegende Prinzipien des europäischen Datenschutzrechts nicht angemessen um“. Die Erklärungen sind allesamt zu lang, zu unverständlich und häufig zu Ungunsten der Kunden formuliert.
Noch bedenklicher: Wer die Sprachassistenten nutzt, legt dadurch große Teile seines Lebens vor den US-Konzernen offen. Die Warnung der Tester: „Wer damit Musik hört oder das Kinoprogramm abfragt, vertraut ihm seine kulturellen Vorlieben an. Wer damit Nachrichten oder Wikipedia-Artikel abruft, gibt persönliche und politische Interessen preis. Und wer damit sein Licht steuert, sagt viel über seinen Lebensrhythmus aus.“ Das Fazit: „Wer einen solchen Dienst intensiv nutzt, gibt gegenüber Amazon, Apple oder Google einen gehörigen Teil seiner Privatsphäre auf.“
Das Ergebnis
Wegen der eklatanten Mängel in Sachen Datenschutz kommt keine der 18 getesteten Boxen auf eine „sehr gute“ oder auch nur „gute“ Gesamtwertung. Durch den an sich guten Funktionsumfang und die gute Sprachbedienung schneiden Amazon Echo Plus (3,1) und Echo (3,2) noch am besten ab. Die Konkurrenz liegt ansonsten bei Noten zwischen 3,3 und 4,0. Auch Apples HomePod kann mit einer 3,7 nicht gerade glänzen.
Der Kauftipp
Was Warentest leider unter den Tisch fallen lässt, ist der Einsatz der Boxen zur reinen Musikwiedergabe.
Denn auch ohne die Nutzung von Alexa, Google Assistant oder Siri sind vor allem Sonos One, Libratone Zipp 2 (mit Akku für die Musik im Garten oder am See!) und HomePod exzellente drahtlose Lautsprecher. Sie lassen sich komfortabel vernetzen und sorgen im ganzen Haus für Musik.
Bei der Inbetriebnahme von Sonos und Libratone können Käufer die Alexa-Funktion überspringen und deaktivieren. Und auch Apples Siri – die ohnehin als weniger kritisch gilt – lässt sich weitgehend abschalten. So klappt der Musikgenuss auch ohne Angst vor dem großen Lauschangriff.