Schlaganfall: So beugen Sie vor!

von Redaktion

Mehr als zwei Drittel aller Schlaganfälle lassen sich vermeiden – mit der richtigen Vorsorge. Was jeder von uns tun kann? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum „Tag gegen den Schlaganfall“ an diesem Freitag.

Wie häufig sind Schlaganfälle?

Der „Schlag“ trifft nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe jedes Jahr rund 270 000 Menschen in Deutschland – also alle 116,8 Sekunden einen. Besonders gefährdet sind Ältere: Mehr als 80 Prozent der Opfer sind „60plus“. Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer akuten Durchblutungsstörung des Gehirns, weil in der Regel ein Gerinnsel eine Arterie verstopft. Das führt dann zu einer Unterversorgung von Hirnzellen mit Sauerstoff, diese sterben ab. Die Folge: Behinderungen. Je älter ein Patient ist, desto ungünstiger seien seine Chancen auf Erholung, warnt Wolf-Rüdiger Schäbitz von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Übrigens: Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, erkranken in der Folge deutlich häufiger als andere Menschen an einer Demenz. Das hat jüngst eine Studie gezeigt, über die im „Ärzteblatt“ berichtet wurde.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Zum Beispiel höheres Alter, Geschlecht (Männer haben ein deutlich höheres Risiko als Frauen) und bestimmte genetische Anlagen – allerdings lassen sich diese Faktoren nicht beeinflussen. Das gilt aber nicht für viele weitere, etwa: Bluthochdruck, zu hohe Blutfett- und Blutzuckerwerte, übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht, unausgewogene Ernährung – und Stress.

Bluthochdruck, also „Hypertonie“, ist der Hauptrisikofaktor, heißt es bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Denn: „Ein chronisch hoher Blutdruck verursacht Schäden an den Gefäßwänden und fördert die Entstehung der sogenannten Arteriosklerose.“ Je höher der Blutdruck ist und je länger er unbehandelt bleibt, desto größer ist das Schlaganfall-Risiko.

Gegen Bluthochdruck, Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte kann man aber einiges tun! Dazu sei allerdings meist eine Umstellung des Lebensstils – mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung – nötig, schreibt die „Apotheken-Umschau“. Fragen Sie beim (Haus-)Arzt nach. Dieser wird Sie zum einen beraten, zum anderen verordnet er Ihnen auch Medikamente, wenn dies notwendig sein sollte.

Vitamine und Mineralien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln schützen indes nicht vor einem Schlaganfall, wie das „Ärzteblatt“ unter Berufung auf eine aktuelle Studie berichtet. Armin Grau von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft sagt: „Von diesen Pillen profitieren nur Hersteller und Verkäufer.“ Es sei hingegen eindeutig erwiesen, dass Salat, Obst und Gemüse Gefäßerkrankungen entgegenwirken. „Darin kommen Vitamine in ihrer natürlichen Umgebung vor. Fünf Portionen am Tag gelten als optimal.“

Wieso ist Bewegung besonders wichtig?

Weil körperliche Aktivität fit hält: „Bewegung trainiert unsere Muskeln und Gefäße, der Körper wird beim Sport mit mehr Sauerstoff versorgt“, heißt es bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Vor allem Ausdauersport reguliere den Zuckerstoffwechsel und senke Blutdruck- und Cholesterinwerte. Bewegungsmangel begünstige indes die Entstehung eines Schlaganfalls. Wer aktiv bleibt, nimmt auch nicht so schnell zu. Zumal Übergewicht das Risiko für viele Folgeerkrankungen fördert, etwa Diabetes. Diese wiederum begünstigen einen Schlaganfall.

Was tun bei „Diabetes mellitus“?

Den Blutzucker regelmäßig kontrollieren (lassen), weil diese Stoffwechselerkrankung die Zuckerwerte im Blut erhöht. Bei Diabetikern steigt das Schlaganfall-Risiko um ein Zwei- bis Dreifaches an! Denn: „Der hohe Zuckergehalt im Blut greift die Gefäßwände an und beschleunigt das Entstehen einer sogenannten Arteriosklerose“, heißt es bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Übrigens: Auch die regelmäßige Einnahme von „Paracetamol“ könnte bei älteren Diabetikern das Schlaganfallrisiko erhöhen, heißt es in einer Studie, über die jüngst das „Ärzteblatt“ berichtete.

Wie sieht es mit dem Rauchen aus?

Das sollten Sie am besten noch heute sein lassen! „Rauchen erhöht das Schlaganfall-Risiko um das Zwei- bis Vierfache“, heißt es bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Ein Grund: Die Schadstoffe, die in Zigaretten stecken, belasten insbesondere die Blutgefäße. „Vor allem der süchtig machende Stoff Nikotin führt dazu, dass sich die Arterien verengen und gleichzeitig die Herzaktivität steigt.“ Die Folge sei eine schlechtere Durchblutung aller Gefäße – und ein steigender Blutdruck. Dieser Druck schädige wiederum die Blutgefäße und fördere so die Entstehung der sogenannten Arteriosklerose.

Schadet ein Glas Wein pro Tag?

Viele glauben, dass ein Glas Wein pro Tag dem Schlaganfall vorbeugt. Das ist ein Trugschluss! Jüngst haben Wissenschaftler der Universität Oxford herausgefunden, dass es keine Hinweise auf eine solche „schützende“ Wirkung gebe. Dafür haben sie die Daten von rund 160 000 Erwachsenen analysiert. Überhaupt gilt Alkohol als Risikofaktor. Denn: „Das Risiko für eine Hirnblutung wird mit jedem Tropfen Alkohol erhöht“, heißt es bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe.

Wie hoch ist mein individuelles Risiko?

Das kann nur ein Arzt beantworten! Aber: Anhaltspunkte liefert ein Test, den die Deutsche Schlaganfall-Hilfe entwickelt hat. Im Internet zu finden unter: www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen- vermeiden/risiken-erkennen-und-vermeiden/schlaganfall-risiken/online-risiko-test/

Zusammengestellt von: Barbara Nazarewska

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