Laktose, also Milchzucker, wird als Füll- und Bindemittel zur Herstellung von Tabletten verwendet. Das betrifft ca. 20 Prozent der verschreibungspflichtigen Tabletten. Füllmittel helfen, um die winzige Menge des in einer Tablette enthaltenen Wirkstoffs auf ein Volumen zu bringen, das für die Einnahme praktikabel ist. Bindemittel sind nötig, damit die Tablette fest genug wird. Laktose eignet sich hervorragend als Füll- und Bindemittel, da sie keine chemischen Reaktionen mit in Tabletten enthaltenen Wirkstoffen eingeht. Solche Reaktionen würden die Stabilität der Medikamente gefährden und ihre Wirksamkeit mindern. Die meisten Patienten mit Laktoseintoleranz haben zudem eine Restaktivität ihrer Laktase, also des Laktose verdauenden Enzyms im Dünndarm. Daher führt erst eine Laktose-Menge von mehr als 6 bis 12 Gramm pro Tag zu subjektiven Beschwerden. Über Tabletten nimmt man aber weniger als 0,5 bis 1 Gramm pro Tag auf. Das führte in Placebokontrollierten Studien an Patienten mit Laktoseintoleranz zu keinen Beschwerden. Daher können auch Laktoseintolerante ohne Bedenken laktosehaltige Medikamente einnehmen.