Sogenannte dysontogenetische Leberzysten sind harmlos. Um diese sicher feststellen zu können, müssen solide Leberveränderungen wie Adenome oder bösartige Lebertumore zuverlässig ausgeschlossen werden, etwa durch eine Sonografie, eine Computer- oder Kernspintomografie (CT oder MRT). Leberzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die von einer zarten Wand umgeben und scharf vom Lebergewebe abgegrenzt sind. Sie können einzeln oder zu mehreren auftreten. Ihr Durchmesser reicht von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Leberzysten können erblich bedingt sein, nach einer Oberbauchverletzung auftreten oder auch ohne erkennbaren Grund. Sie werden meist zufällig bei beschwerdefreien Patienten entdeckt, etwa bei einer Routinekontrolle der Bauchorgane per Ultraschall, CT oder MRT. Leberzysten finden sich bei zehn bis 20 Prozent aller Menschen, vor allem bei Frauen über 50 Jahren. Sie sind gutartig und entarten nie. Kleine Zysten führen praktisch nie zu Beschwerden und bedürfen keiner Behandlung. Größere Zysten über zehn Zentimeter können indes die Leberkapsel anspannen und auf Nachbarorgane drücken, was zu einem anhaltenden Schmerz führt. Sie können auch einbluten oder platzen, was plötzliche, heftige Schmerzen auslöst. Bei Beschwerden lassen sich größere Zysten operativ behandeln: Dabei wird die Zyste entleert und mit Bindegewebe aus dem Bauch gefüllt, damit sie sich nicht erneut füllt. Anders als diese harmlosen Leberzysten sind solche, die durch Parasiten wie den Fuchsbandwurm bedingt sind, gefährlich. Diese lassen sich aber per Ultaschall, CT und MRT gut unterscheiden. Der Nachweis einer Infektion erfolgt durch eine Blutprobe. In dem Fall muss die Zyste operativ entfernt und eine antiparasitäre Therapie eingeleitet werden.