Smarter Fernseher Einfallstor für Hacker

von Redaktion

Wie neugierig oder sogar gefährlich sind smarte Fernseher mit Internetanschluss?

Bereits 2015 hatte Samsung seine Kunden verunsichert – und ihnen geraten, keine allzu privaten Gespräche vor seinen TV-Geräten zu führen, weil diese abgehört werden könnten. Nun hat Samsung USA per Twitter empfohlen, auf seinen neuesten Fernsehern regelmäßig Virenscans durchzuführen. Ein Video zeigt genau, wie eine Tastenkombination auf der Fernbedienung eine Antivirensoftware aufruft, die Samsung auf seinen Geräten installiert. Die Firma rät dazu, den Virencheck „alle paar Wochen durchzuführen“.

Nachdem das Video zu großer Verunsicherung unter den Kunden führte, hat es Samsung wieder gelöscht. Experten sind sich uneinig, wie groß die Gefahr von Schadsoftware tatsächlich ist, die über den Fernseher Nutzer belauscht und filmt, oder die über das TV-Gerät in Computer oder Smartphones eindringt, die sich im gleichen WLAN-Netz befinden.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist sehr gering“, erklärte der britische Sicherheitsspezialist Ken Munro gegenüber der BBC. Andererseits ist unumstritten, dass smarte Geräte im Haus als Einfallstor für Hacker immer wichtiger werden. Sie profitieren davon, dass beispielsweise Fernseher längst nicht so gut vor Angriffen geschützt sind wie Computer. Beste Vorsichtsmaßnahme ist ein gut abgesichertes WLAN. Und wer sichergehen will, schließt sein TV-Gerät gar nicht erst ans Internet an, gibt also bei der Inbetriebnahme keine Zugangsdaten fürs WLAN-Netz ein – oder löscht sie nachträglich. Dann kommt das Fernsehprogramm wie gewohnt von Kabel, Satellit oder Antenne, es droht aber keine Gefahr aus dem Netz.   JÖRG HEINRICH

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