Rostroter Mond in Sicht

von Redaktion

VON HANS-ULRICH KELLER

Der Monat Juli bietet zwei kosmische Schattenspiele: In der Nacht vom 16. auf 17. gibt es eine partielle Mondfinsternis. Bei wolkenlosem Himmel ist sie von Mitteleuropa aus gut zu sehen. Bereits am 2. Juli ereignet sich eine totale Sonnenfinsternis, die sich aber von der Nordhalbkugel der Erde aus nicht beobachten lässt. Die Kernschattenspitze des Mondes überstreicht den Südpazifik und endet bei Sonnenuntergang in Südamerika.

Vollmond wird am 16. um 23.38 Uhr im Sternbild Schütze erreicht. Am gleichen Tag passiert der Mond die Erdbahnebene von Nord nach Süd, weshalb er teilweise vom Erdschatten getroffen wird. So kommt es zu einer partiellen Mondfinsternis, die von Deutschland aus in voller Länge zu sehen ist. Astronomisch korrekt beginnt die Finsternis mit dem Eintreten des Mondes in den Halbschatten der Erde um 20.42 Uhr. Ein- und Austritt aus dem Halbschatten lassen sich aber grundsätzlich nicht beobachten. Der Mond geht zudem erst nach 21.00 Uhr auf.

Deutlich sichtbar wird die Finsternis mit Eintritt des Mondes in den Kernschatten um 22.01 Uhr. Zur Mitte der Finsternis um 23.31 Uhr liegen 58 Prozent der Mondoberfläche im Kernschatten. Dieser Bereich erscheint rostrot gefärbt – also nicht blutrot wie oft behauptet. Der sichtbare Teil der Finsternis endet um 1.00 Uhr am 17. Juli mit dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten. Um 2.20 Uhr verlässt er auch den Halbschatten der Erde.

Am 5. ist der Mond morgens mit 363 730 Kilometern in Erdnähe. Mit 405 480 Kilometer ist er am 21. zwei Stunden nach Mitternacht am weitesten von uns entfernt. Mit seinem Glanz übertrifft Jupiter alle Sterne und Planeten an Helligkeit. Anfang Juli geht er kurz vor 4 Uhr früh unter, zu Monatsende eine Dreiviertelstunde nach Mitternacht.

Saturn geht mit dem Sonnenuntergang im Südosten auf. Er zieht über den Südhimmel und versinkt erst mit Sonnenaufgang im Südwesten. Saturn ist der fernste Planet, den man noch gut mit bloßem Auge sieht. Am 9. abends steht er der Sonne genau gegenüber und ist 1351 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Sein Licht braucht dann eine Stunde und 15 Minuten bis zu uns.

Alle Sommersternbilder sind nun am Abendhimmel sichtbar. Leicht erkennt man hoch im Süden das Sommerdreieck, das sich aus den drei hellen Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler zusammensetzt. Hoch am Westhimmel funkelt Arktur im Sternbild Bootes oder Rinderhirt. Die bläuliche Wega und der rötliche Arktur sind die hellsten Sterne des Nordhimmels.

Tief im Süden ist Antares zu sehen, der rote Überriesenstern im Skorpion. Der Große Wagen hat im Nordwesten seinen Abstieg begonnen, während das Himmels-W, die Kassiopeia, im Nordosten emporsteigt. Knapp über dem Osthorizont ist eben das Pegasusquadrat, als Herbstviereck bekannt, aufgegangen.

Die Sonne hat schon im Juni mit ihrem Abstieg begonnen. Ihre Mittagshöhen nehmen im Juli um 5 Grad ab, die Tageslänge verkürzt sich um etwa eine Stunde. Am 4. Juli erreicht die Erde mit 152 Millionen Kilometer ihren maximalen Abstand zur Sonne.

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