So gut wie alle Olivenöle, die im Handel sind, werden als „nativ extra“ deklariert. Das ist die höchste Qualitätskategorie, die die EU zu vergeben hat. Doch neun von zehn Ölen weisen Fehlnoten aus, wie es in der Fachsprache heißt, und dürften eigentlich überhaupt nicht „extra nativ“ genannt werden. Der Begriff extra nativ ist daher für den Verbraucher kein Anhaltspunkt. Topqualität ist nur über Geruch und Geschmack zu erkennen, sagt die Olivenöl-Verkosterin Michaela Bogner. Ein hochwertiges Öl riecht und schmeckt nach grünen Noten, beispielsweise mit frisch geschnittenem Gras vergleichbar. Außerdem schmeckt es bitter und scharf. Michaela Bogner rät beim Einkauf folgende Punkte zu beachten: 1. Olivenöl beim Fachhändler kaufen: Spitzenöle findet man so gut wie nie im Supermarktregal. 2. Nur Olivenöl des aktuellen Erntejahres kaufen. Spitzenproduzenten geben das Erntejahr auf dem Etikett an. Olivenöl ist ein Speiseöl, das früher oder später ranzig wird. Es gilt also nicht wie beim Wein die Regel, dass Topqualität beim Lagern noch besser wird, sondern genau das Gegenteil. 3. Auf die Herkunft der Oliven achten: Wichtig ist, dass das Olivenöl am selben Ort produziert und abgefüllt wird. 4. Es ist besser, filtrierte Öle zu kaufen. Unfiltrierte Öle sind nicht haltbar. 5. Spitzenqualität gibt es nicht zum Schnäppchenpreis. Qualität hat ihren Preis. Im Handel sind hochwertige Öle um 20 Euro die Halbliterflasche erhältlich. Die Produktionskosten liegen je nach Region schon bei zehn Euro pro Liter. se