31 Euro für Internet ohne Werbung und Datenklau

von Redaktion

Facebook, Google, Twitter und Co. sind nur auf den ersten Blick kostenlos. Denn die Nutzer zahlen trotzdem – mit ihren Daten und ihrer Privatsphäre. Aber wie viel würde eigentlich ein völlig anderes Internet kosten, das sich mit einem Monatsabo aller Nutzer finanziert, das ohne Werbung und damit auch ohne das Ausspähen der Kunden auskommt?

Das US-Magazin Recode hat dieses fiktive Bezahl-Internet durchgerechnet. Um die 106 Milliarden Dollar, die kleine und große Internetunternehmen dieses Jahr allein in den USA mit Werbung einnehmen, durch ein Abo-Modell zu ersetzen, müsste jeder der rund 250 Millionen erwachsenen US-Bürger 35 Dollar (knapp 31 Euro) im Monat für die Internetnutzung bezahlen. Das wäre der Preis für ein werbe- und abhörfreies Internet. Für Deutschland sind vergleichbare Zahlen zu erwarten.

Realistisch ist diese faszinierende Vision aber nicht. Denn die Abo-Einnahmen unter sämtlichen Internetanbietern aufzuteilen, wäre eine kaum zu bewältigende Sisyphus-Aufgabe. Jeden Nutzer, unabhängig von seinem Online-Konsum, mit einer Art Internet-Steuer den gleichen Betrag zahlen zu lassen, ist auch schwer vorstellbar. Und die Frage, ob die Nutzer absurd hohe Milliardengewinne der Anbieter finanzieren müssen, würde zu heftigen Diskussionen führen.  jh

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