Wir stellen die beste Fahrrad-Technik für den Sommer 2019 vor.
Super-Smarte Beleuchtung
Jetzt noch cleverer: Bereits vor zwei Jahren machte der SmartHalo Furore – als vielseitigster Fahrrad-Computer der Welt. Die kanadischen Entwickler haben Licht, Navi, Alarmanlage, Fitnesstrainer und Smartphone-Nachrichtenzentrale in ein einziges Kästchen gepackt, das sich praktisch an jedem Lenker befestigen lässt. Ohne einen Spezialschlüssel können Diebe den SmartHalo dort auch nicht klauen. Die erste Generation ist für 139 Euro nach wie vor zu haben. Doch nun kommt der Nachfolger. Der SmartHalo 2 hat gerade die Kickstarter-Finanzierung geschafft, über eine Million Euro sind zusammengekommen. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Anzeige wesentlich detaillierter – und der 110-Dezibel-Alarm kreischt bei einem Diebstahl noch durchdringender.
Kopfschutz ohne Helm
An zwei Wahrheiten führt in Sachen Fahrradhelme kein Weg vorbei. Sie retten Leben. Und sie sind hässlich. Wer deswegen keinen Helm aufsetzt, wird den Hövding lieben. Die schwedischen Erfinder haben den ersten Fahrrad-Airbag erfunden, der sich bei einem Sturz innerhalb von 0,1 Sekunden aufbläst. Ansonsten sitzt er wie ein Kragen um den Hals und stört beim Fahren kaum. Bei einem Unfall schützt er – anders als ein Helm – nicht nur den Kopf, sondern auch Hals und Nacken. Die Erkennung eines Sturzes soll so zuverlässig sein, dass der Hövding laut Hersteller achtmal mehr Sicherheit bietet als ein klassischer Helm. Den Radl-Airbag gibt es in drei verschiedenen Größen ab 270 Euro, als Mindestalter zum Tragen werden 15 Jahre empfohlen.
Blinker fürs Fahrrad
Die Straßenverkehrsordnung verlangt immer noch, dass Fahrradfahrer mit ausgestrecktem Arm anzeigen, wenn sie abbiegen. Auf holprigem Untergrund kann das aber richtig gefährlich werden. Zumindest zusätzlich zum guten alten Arm-Ausstrecken sind deshalb die Fahrrad-Blinker CYCL Winglights eine klasse Idee. Sie lassen sich mit ihren vier hell leuchtenden LEDs ans Ende von Lenkern mit Durchmessern zwischen 15 und 22 Millimeter stecken. Die Bedienung erfolgt (auch mit Handschuhen) per Touch – einmal kurz antippen, und das Blinken startet. Dann noch mal berühren, und es hört wieder auf. Die Blinker kosten rund 30 Euro.
Diebstahlschutz per GPS
Fahrrad geklaut – und niemand weiß, wo der geliebte Drahtesel jetzt steckt. Gegen diesen Radler-Alptraum will der Velocate vc|one (ab 125 Euro) helfen, ein Rücklicht im unauffälligen Standard-Design, in dem ein GPS-Sender versteckt ist. Sobald sich ein abgestelltes Fahrrad plötzlich bewegt, erhält der Besitzer sofort einen Alarm aufs Handy und kann den Weg verfolgen. Und wenn das gestohlene Rad danach irgendwo offen auf der Straße oder in einem Hof steht, zeigt der GPS-Tracker auf einer Karte den Standort an. Falls der Dieb das Rad in einen Keller oder eine Garage verfrachtet hat, wird’s schwieriger. Aber wenn der Bestohlene zumindest eine Idee hat, wo sein Fahrrad stehen könnte, hilft in Innenräumen der Bluetooth-Funk des Velocate, der dann ebenfalls den Standort meldet.
Laserlicht fürs Fahhrad
Wie mache ich Autofahrer oder gar Lkw-Fahrer möglichst gut auf mich aufmerksam – das ist vor allem beim Radfahren in der Stadt die Kernfrage. Einige der besten Ideen kommen von Zubehörspezialist Beryl aus London. Die Engländer haben den Laserlight erfunden, ein bis zu 400 Lumen helles Fahrradlicht mit eingebautem Lasersignal. Der grüne Laser wirft ein Warnsymbol mit einem Fahrrad sechs Meter nach vorne auf die Straße, und soll so die anderen Verkehrsteilnehmer auf den Radfahrer aufmerksam machen. Das funktioniert meistens sogar im toten Winkel. Das Sicherheitslicht gibt es für 139 Euro direkt beim Hersteller.
Smartphone als Schlüssel
Schlüssel fürs Fahrradschloss zuhause vergessen? Das nervt. Der renommierte deutsche Schlösser-Hersteller Abus hat aber ein Mittel dagegen. Denn wer lässt heutzutage schon sein Smartphone daheim liegen? Das Bügelschloss 770A SmartX bietet mit Stufe 15 den höchsten Diebstahlschutz, funktioniert aber nicht mit einem Schlüssel, sondern per Smartphone-App und Bluetooth-Verbindung. Sobald sich der Besitzer mit seinem Handy vom Fahrrad entfernt, schließt sich das motorbetriebene Schloss automatisch. Wenn er sich wieder nähert, öffnet es sich von selbst. Und falls jemand versucht, das 199 Euro teure Schloss zu knacken, löst es einen 100 Dezibel lauten Alarmton aus. Bleibt die Frage: Wenn das Smartphone geklaut wird – ist dann auch das Fahrrad in Gefahr?
Schlauer Fahrradhelm
Der Lumos ist so nützlich und durchdacht, dass ihn sogar Apple in seinen Läden und im Internet verkauft. Die Entwickler haben eine Rundum-Beleuchtung eingebaut – und zwar auf Kopfhöhe, wo sie Autofahrer hoffentlich auch wirklich wahrnehmen. Zehn weiße LED leuchten nach vorne, 38 rote LED nach hinten. Und dazu kommen links und rechts jeweils elf orange LED als Blinker. Über eine kleine Bluetooth-Fernbedienung am Lenker oder per Geste auf der Apple Watch erkennt der Lumos, wenn der Radler abbiegen will, und setzt den Blinker. Und ein Beschleunigungssensor aktiviert automatisch das Bremslicht, sobald der Fahrer langsamer wird. Zusätzlich erfasst der 180 Euro teure Helm alle Fitnessdaten und überträgt sie in die Gesundheits-Apps von iPhone und Android.
Elektro-Power für jedes Rad
E-Bikes machen das Fahrradfahren einfacher. Sie sind aber teuer. Und oft genug ist es schade um das bisherige Radl, das durch ein Elektro-Modell ersetzt werden soll. Hier sind Nachrüstlösungen interessant, die so gut wie jedes vorhandene Fahrrad „elektrisieren“. Einer der Anbieter ist die sächsische Firma Pendix aus Zwickau, deren E-Umbausätze als besonders einfach und durchdacht gelten. Los geht’s mit dem Pendix eDrive300 für 1490 Euro, der bereits Reichweiten zwischen 45 und 105 Kilometer schafft. Das ist zwar immer noch teuer – aber deutlich günstiger als ein E-Bike. Der Akku für den 250-Watt-Motor ist dabei in einer Art Trinkflasche untergebracht. Im Wesentlichen müssen nur Kurbel und Kettenblatt ausgetauscht werden. Wer sich das nicht zutraut, kann sich von einem Händler helfen lassen.