Blutegel bei Arthrose: Hilft das wirklich?

von Redaktion

Leserin, 72: Ich habe seit längerem Knieprobleme. Der Orthopäde sagt, das sei Arthrose. Abgesehen von Physiotherapie könne man nicht viel machen. Irgendwann werde ich ein Kunstgelenk brauchen. Das will ich so lang wie möglich hinauszögern – und war daher beim Heilpraktiker, der mir unter anderem geraten hat, Blutegel ansetzen zu lassen. Hilft das wirklich oder kann so eine Behandlung auch gefährlich sein?

Die Blutegel-Behandlung bei Kniearthrose wurde in klinischen Studien untersucht. So gibt es eine systematische Literaturübersicht von 2014, die eine unkontrollierte und drei kontrollierte klinische Studien mit insgesamt 237 Patienten beinhaltet. Dabei wurde eine gute Wirksamkeit für eine schnell eintretende, aber kurz wirksame Schmerzlinderung festgestellt. Mittel- bis langfristig war das Gelenk demnach auch beweglicher und weniger steif. Nebenwirkungen wurden in diesen Studien nicht beobachtet. Bevor Sie sich einer Knie-OP unterziehen, ist daher eine bzw. sind mehrere Blutegel-Behandlungen von je ca. 90 Minuten Dauer eine sinnvolle Therapieoption. Allerdings sollten Sie auch gezielte Bewegungsübungen mit Qi Gong oder Feldenkrais in Betracht ziehen und bei Übergewicht abnehmen. Beides sind Maßnamen, über die bei Arthrose viel zu wenig gesprochen wird.

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