Erst mal hinsetzen, erst mal ausruhen. Nach rund 40 Jahren Arbeit ist das vermutlich eine äußerst verlockende Vorstellung. Doch wer heutzutage bis ins hohe Alter geistig fit bleiben möchte, muss in Bewegung bleiben – selbst im Ruhestand. „Es geht darum, sich dem Leben mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten zuzuwenden“, sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. Wie man seine grauen Zellen auf Trab hält? Hier kommen die besten Tipps:
Schach spielen
König, Dame, Läufer und Co. – Schachspielen fordert und macht Spaß. „Man kann es auch im Alter noch lernen und gegebenenfalls jemanden zum regelmäßigen Spielen einladen“, sagt Erhard Hackler. Er ist Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Senioren-Liga. Eine Alternative zu Schach: „Memory“ spielen – und damit das Gedächtnis trainieren.
Sport treiben
Auch im Alter ist es dafür nicht zu spät, selbst für lebenslange Fitness-Muffel – vorausgesetzt, der Hausarzt hat keine Einwände. Turn- und Sportvereine vor Ort bieten spezielle Kurse für Senioren. „Körperliche Bewegung sorgt nicht zuletzt dafür, dass das Gehirn gut mit Sauerstoff versorgt wird“, erklärt Expertin Sowinski.
Gedächtnistraining
Kreuzworträtsel oder Sudokus reichen noch nicht für ein echtes Gehirntraining. Denn da kommen immer die gleichen Denkmuster zum Einsatz, erklärt Nicola Röhricht von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). Besser ist es, ein richtiges Gedächtnistraining zu absolvieren. Entsprechende Kurse bieten etwa Seniorentreffs oder Volkshochschulen an. Dabei wird das Gehirn immer wieder neu und abwechslungsreich gefordert. Reagiert das Gehirn flexibel, könne es neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen aufbauen, sagt Röhricht.
Tanzen gehen
Sich zu Musik rhythmisch bewegen, dem Partner dabei in die Augen schauen und lächeln – tanzen tut einfach gut. „Die Bewegungen erfordern Konzentration und eine gute Koordination“, sagt Expertin Röhricht. Das wirkt sich positiv auf Kurzzeitgedächtnis und Reaktionstempo aus. Zudem stabilisieren Tänzer ihr Gleichgewicht und senken so ihr Sturzrisiko. Und: „Beim Tanzen sind Senioren unter Gleichgesinnten, die Geselligkeit steigert die Lebensfreude.“
Freunde treffen
„Ein wahrer Jungbrunnen ist es, regelmäßig soziale Kontakte zu pflegen“, sagt Expertin Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. Das schützt vor Einsamkeit. Wichtig sind Treffen oder auch Telefonate mit Familienangehörigen, genau wie mit Freunden und Bekannten oder Nachbarn. Auch neue Kontakte im Alter sind möglich und wichtig – etwa über ein Ehrenamt oder über den Besuch eines Seniorentreffs.
Täglich einkaufen
Wer als Senior täglich im Supermarkt unterwegs ist, hält sich fit – körperlich wie geistig. „Zur Bewegung kommt hinzu, dass man sich im Geschäft orientiert und beispielsweise Preise vergleicht“, sagt Sowinski. Ein weiterer positiver Effekt des Einkaufengehens: „Man trifft Nachbarn oder Bekannte und tauscht sich aus.“
Offen für Neues sein
Ein aktiv gestalteter Alltag sorgt für geistige Fitness. Noch besser klappt das, wenn Senioren dabei immer offen für Neues sind. Der Enkel will einem zeigen, wie man mit dem Smartphone ein Video aufnimmt? Nur zu – man lernt etwas und hat auch noch Spaß dabei. „Positiv für die geistige Fitness ist es auch, sich um andere zu kümmern“, erklärt Expertin Sowinski. Denn wer das macht, muss planen, organisieren und sich jemandem zuwenden.
Gute Ernährung
Gesund essen ist fast schon Pflicht! Eine Orientierung dafür bieten die zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie empfehlen abwechslungsreiche, vorwiegend pflanzliche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Auf den Speiseplan gehören täglich Milch und Milchprodukte, einmal wöchentlich Fisch und maximal zwei Portionen Fleisch pro Woche. „Pflanzliche Fette wie Raps- und Olivenöl sind tierischen Fetten vorzuziehen“, sagt Expertin Röhricht von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen.
Erinnerungen notieren
Wer sich hinsetzt und seine Memoiren festhält, muss sich erinnern – und die Ergebnisse dann in Worte fassen. „Das hält geistig fit, und die Enkel werden es einem danken“, sagt Experte Hackler von der Deutschen Senioren-Liga. Schließlich sind solche Lebenserinnerungen von Oma und Opa ein wichtiger Teil der Familiengeschichte!