Lungenkrebs: Kann eine Früherkennungs-Untersuchung Leben retten?

von Redaktion

Lungenkrebs ist eine der häufigsten und gefährlichsten Krebsarten: In Deutschland erkranken daran fast 54 000 Menschen pro Jahr. Ihnen ist der Tag des Lungenkrebs am 1. August gewidmet. Die Diagnose wird oft erst gestellt, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist: 85 bis 90 Prozent dieser Patienten sterben deshalb immer noch in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose. Wurde die Erkrankung indes früh erkannt, leben zu diesem Zeitpunkt noch 70 Prozent. Ließen sich die Heilungschancen vielleicht durch ein Früherkennungsprogramm verbessern? Seit 2007 untersuchen das Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in der „LUSI-Studie“. Alle rund 4000 Teilnehmer sind starke Raucher, da Tabak als wichtigster Risikofaktor für Lungenkrebs gilt. Die Hälfte der Probanden wurde über vier Jahre einmal pro Jahr mit einer Niedrigdosis-Mehrschicht-Computertomografie (MSCT) untersucht. Diese weist eine besonders geringe Strahlenbelastung auf. Die Teilnehmer wurden im Schnitt 8,8 Jahre beobachtet. In dieser Zeit starben 29 Patienten der MSCT-Gruppe, in der nicht untersuchten Kontrollgruppe waren es 40 – eine Reduktion um 26 Prozent. Der Unterschied war aber statistisch nicht signifikant. Anders, wenn der Nutzen für die Geschlechter separat berechnet wurde: Bei den untersuchten Frauen sank die Lungenkrebs-Sterblichkeit um 69 Prozent, ein signifikanter Unterschied. Die Studie deutet darauf hin, dass Raucherinnen am ehesten von einer Früherkennung profitieren.  ae

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