Sternschnuppen-Zeit

von Redaktion

VON HANS-ULRICH KELLER

So mancher findet im Urlaub die Gelegenheit, im Hochgebirge, in einsamen Wüstenregionen oder auf hoher See einen prächtigen Sternenhimmel zu beobachten. Während in unseren lichtüberfluteten Städten und Siedlungen selbst bei klarem Nachthimmel meist nicht mehr als ein bis zwei Dutzend Sterne zu sehen sind, ist der von irdischen Lichtern, Staub und Dunst ungestörte Nachthimmel von zahllosen funkelnden Lichtpünktchen übersät. Etwa 3000 Sterne kann man dann am nachtschwarzen Firmament erkennen.

Die allermeisten Sonnen im Weltall sind so weit entfernt und deshalb so lichtschwach, dass man sie mit bloßen Augen gar nicht sehen kann. Im mit großen Teleskopen überschaubaren Universum gibt es rund hundert Milliarden Milchstraßensysteme: Galaxien. Und die großen Galaxien beherbergen jeweils mehrere hundert Milliarden Sonnen. Daraus ergibt sich die enorme Gesamtzahl von 40 Trilliarden Sternen, eine gigantische Zahl, die sich mit einer Vier gefolgt von 22 Nullen schreibt.

Den Abendhimmel beherrschen im August die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, nämlich Jupiter und Saturn. Mit seinem Glanz übertrifft der Riesenplanet Jupiter alle anderen Sterne und Planeten. Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man ihn als hellen, weißen Lichtpunkt im Südwesten. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet zurück. Ende August geht er bereits eine Viertelstunde vor Mitternacht unter. Der bleiche, gelbliche, aber deutlich erkennbare Saturn steht am Abend am Südhimmel. Zurzeit hält er sich im Sternbild Schütze auf. Sein berühmtes Ringsystem ist aber nur in einem Teleskop ab etwa 30-facher Vergrößerung zu erkennen. Vom Morgenhimmel verabschiedet sich der Ringplanet allmählich: Am 31. erfolgt der Saturnuntergang bereits kurz vor zwei Uhr morgens.

Mitte August gibt es eine Chance, den flinken Merkur am Morgenhimmel zu erspähen. Vom 10. bis 20. kann man ihn in der beginnenden Morgendämmerung etwa eine halbe Stunde lang tief am Osthimmel ausmachen. Ein gutes Fernglas hilft, Merkur zu finden.

Venus überholt zur Monatsmitte die Sonne. Von der Erde aus betrachtet befindet sie sich dabei hinter der Sonne. In dieser Position erreicht Venus mit 259 Millionen Kilometern ihre größte Entfernung von uns. Da sich unser innerer Nachbarplanet bei der Sonne am Taghimmel aufhält, bleibt er nachts unbeobachtbar. Erst ab Ende Oktober zeigt sich Venus als Abendstern.

Auch Mars befindet sich am Taghimmel und kann nachts nicht gesehen werden. Ende Oktober taucht der Rote Planet am Morgenhimmel wieder auf. Am 26. August passiert Mars den sonnenfernsten Punkt seiner elliptischen Bahn. Ihn trennen an diesem Tag 249 Millionen Kilometer von der Sonne.

Der August beschert uns den reichsten Sternschnuppenstrom des Jahres. Der Höhepunkt der „Perseidenaktivität“ ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten. Pro Stunde flammen bis zu hundert Meteore auf, darunter auch sehr helle Objekte.

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