Was raten Sie Menschen, die Arthrose haben?
Ich will ihnen am liebsten sagen: Ihr habt Arthrose, das ist bitter, es tut weh und ist mit Einschränkungen verbunden. Aber: Daneben gibt es trotzdem viel Neues und Schönes zu entdecken. Bleibt nicht daheim sitzen, das wäre das Schlechteste. Testet lieber, was möglich ist – und macht das Beste daraus!
Vielen fällt es schwer, aus ihren Schmerzen das Beste zu machen …
Man darf sich nie mit einer schlechten Prognose zufriedengeben! Man muss eine Lösung suchen – und aufgeben ist definitiv keine! Kurzum: Trauern Sie nicht dem nach, was nicht mehr geht, sondern besinnen Sie sich auf das, was Sie noch ohne Schmerzen machen können. Im Vordergrund sollte immer der Spaß am Augenblick stehen – nicht die Gedanken an früher.
Und wie überwindet man den inneren Schweinehund – und rappelt sich wieder auf?
Bei mir ist es so: Ich habe von unserem Wohnzimmer aus die Berge immer im Blick. Jedes Mal, wenn ich rausschaue, erinnere ich mich daran, wie gern ich dort unterwegs bin – und gehe los. Ich weiß: Nicht alle Menschen haben gelernt, nach einer Niederlage wieder aufzustehen. Genau deshalb brauchen sie ja jemanden, der sie an die Hand nimmt. Der ihnen konkrete Tipps gibt, was sich ändern lässt – und ihnen Tricks verrät, wie sie trotz Arthrose doch noch ihren Lieblingssport ausüben können. Denn Bewegung ist bei dieser Krankheit das A & O!
Nennen Sie uns bitte ein konkretes Beispiel.
Hier zitiere ich gern meinen Co-Autor Prof. Dr. Christian Fink: „Rad fahren statt Marathon laufen, Wandern statt Fußballspielen – und vor allem aktiv bleiben, statt faul herumzusitzen und dick zu werden. Das hilft mehr als so manches teure ,Wundermittel’.“
Dazu gehört auch die richtige mentale Einstellung.
Zweifelsohne! Es ist in den seltensten Fällen nur eine Sache der körperlichen Fähigkeiten. In meinem Freundeskreis haben mittlerweile fast alle ein Zipperlein – aber mich stört es, wenn man nur noch darüber redet. Ich sage dann immer: Jetzt lasst uns was unternehmen, damit wir diesen ganzen Schmarrn vergessen. Machen wir eine Schifferlfahrt oder fahren wir mit der Gondel auf den Berg und gehen dort droben schön Kaffee trinken.
Und dann ziehen alle mit?
(Lacht.) Die meisten! Mir ist schon klar, dass ich nicht erwarten kann, dass sich jemand grundlegend ändert. Aber ich kann sagen: Probiert es. Es lohnt sich wirklich!
Zusammengefasst von: Barbara Nazarewska