GLÜCKSFITNESS – DAS SCHÖNSTE GEFÜHL IM BESTEN ALTER

Helfen macht glücklich!

von Redaktion

„Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.“ Diesen Spruch – zweifellos kein Meisterwerk der Weltliteratur – schrieben meine Klassenkameradinnen und ich uns neben anderen mehr oder weniger anspruchsvollen Ergüssen vor 40 Jahren gern gegenseitig in unsere Poesiealben.

Wahrscheinlich haben wir uns damals nicht allzu viel dabei gedacht. Aber aus heutiger Sicht fasst das Sprüchlein eine wichtige Erkenntnis der Glücksforschung zusammen: Wenn wir anderen helfen, ist das nicht nur für diese gut, sondern ganz besonders auch für uns selbst!

Studien zeigen immer wieder, dass Personen, die sich freiwillig in irgendeiner Form für andere Menschen engagieren, sich besonders glücklich und wohl fühlen. Das schlägt sich dann sogar in deren Lebenserwartung nieder: Freiwillige Helfer haben im Schnitt eine um 40 Prozent höhere Chance auf ein langes Leben als Egozentriker. Aber warum?

Martin Seligman, renommierter Glücksforscher, hält vor allem eines für wichtig: Wir verleihen unserem Leben durch den Einsatz für eine gute Sache eine höhere Bedeutung. Wer den Eindruck hat, es mache sehr wohl einen Unterschied, ob er auf der Welt sei oder nicht, hat für sich selbst eine Antwort auf die uns Menschen eigene Frage nach dem Sinn des Daseins parat.

Das ist eine wichtige Voraussetzung für dauerhafte Zufriedenheit, gerade im Seniorenalter – wo sich die eigene Endlichkeit ja meist zunehmend schlechter verleugnen lässt als noch in der Jugend. Sicherlich spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass Aktivität per se uns fast immer glücklicher macht als Nichtstun. Unser Gehirn schüttet euphorisierende Botenstoffe wie Dopamin und körpereigene Opioide nur dann aus, wenn wir beschäftigt sind – nicht dann, wenn wir faulenzen. Evolutionär betrachtet konnten sich unsere aktiven Ahnen eher erfolgreich seit der Steinzeit fortpflanzen. Und wer sich an meine Kolumne über die „soziale Glückspille“ erinnert, der weiß, dass vor allem positive zwischenmenschliche Kontakte ein zentraler Schlüssel zum Glück sind. Nirgendwo findet man die schneller als beim Engagement für andere.

Nicht nur die Freude derjenigen, denen man hilft, tut einem selbst gut. Wenn man sich etwa ehrenamtlich in einem Verein oder einer bürgerschaftlichen Initiative einsetzt, verbinden einen die gemeinsamen Ziele auch mit den anderen Engagierten.

Mein heutiger Glückstipp für Sie lautet daher: Verpassen Sie keine Gelegenheit, anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Fangen Sie dabei ruhig klein an. Der neue Haarschnitt steht der Kassiererin in Ihrem Supermarkt richtig gut? Sagen Sie es ihr! Ihr Nachbar hat vergessen, seine Mülltonne zur Leerung rauszustellen? Erledigen Sie das einfach für ihn mit!

Wenn Sie anfangen, täglich mindestens einmal etwas für jemand anderen zu tun, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten, werden Sie schnell merken, wie positiv sich das auf Ihre eigene Glücksbilanz auswirkt.

Und wenn Sie dann richtig auf den Geschmack gekommen sind: Denken Sie doch vielleicht tatsächlich mal über ein regelmäßiges ehrenamtliches Engagement nach. Vereine und Initiativen aller Art sind überall auf der Suche nach helfenden Händen. Sicher findet sich da auch ein Einsatzgebiet, das Ihnen Spaß macht. Machen Sie andere glücklich – und sich selbst gleich mit!

VON FELICITAS HEYNE

Die renommierte Diplom-Psychologin und Buchautorin schreibt, warum es so wichtig ist, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Sicher findet sich ein Einsatzgebiet, das Ihnen Spaß macht. Machen Sie also andere glücklich – und sich selbst gleich mit!“

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