Einbruchschutz schon für 10 Euro

von Redaktion

Deutschland im Herbst: Wenn die Blätter fallen, steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche. Doch schon mit einfachen Mitteln kann man sich schützen.

VON JÖRG HEINRICH

In der dunklen Jahreszeit blüht das Geschäft der Ganoven, die allein letztes Jahr in knapp 100 000 Häuser und Wohnungen eingebrochen sind. Wer sich schützen will, muss seine vier Wände zu keiner perfekten Hochsicherheitszone aufrüsten. Denn die Kriminellen suchen die schnelle, einfache Lösung. „Drei bis fünf Minuten, länger hält sich kein Einbrecher mit einer Tür auf“, weiß der Berliner Kriminalhauptkommissar Jens Fritsch. Sprich: Wenn Einbrecher auf gut geschützte Türen und Fenster oder auf ein Alarmsystem stoßen, ziehen sie oft schnell weiter – und versuchen ihr Glück im womöglich weniger gut gesicherten Nachbarhaus.

Auch Anzeichen, dass die Bewohner zuhause sind, schrecken Einbrecher ab. Denn wenn niemand daheim ist, kommen sie mit deutlich weniger Risiko an ihre Beute. Deshalb genügt oft schon relativ einfache Technik, um die ungebetenen Gäste abzuschrecken.

TV-Simulator

Was tun Menschen, die abends zuhause sind, am liebsten? Sie sitzen vor dem Fernseher und schauen „Tatort“ oder Netflix. Das farbige Flackern des TV-Bilds ist auch von außen gut zu erkennen und zeigt Einbrechern: In dieser Wohnung seid ihr nicht alleine! Wer nicht zuhause ist, erzeugt mit einem „TV-Simulator“ oder „Fake TV“ den gleichen abschreckenden Effekt. Eine Lampe mit LEDs in verschiedenen Farben sorgt für das typische Flimmern eines echten Fernsehers. Sie lässt sich zum Beispiel mit einer Schaltuhr verbinden und läuft dann jeden Abend zu verschiedenen Uhrzeiten. Folge: Die eigenen vier Wände werden nicht zum Tatort – obwohl in Wahrheit gar kein „Tatort“ läuft.

Philips Hue

Wenn zum „falschen“ Fernsehen auch noch „falsche“ Beleuchtung kommt, wird der Einbruchsschutz überzeugend. Denn: Licht im Haus, das an- und ausgeht, zeigt Ganoven, dass Ärger drohen könnte. Smarthome-Beleuchtung ist hier die ideale Lösung. Denn mit ihr lässt sich das Licht auch von unterwegs per Smartphone aktivieren. Oder ein vorgegebener Zeitplan steuert die Beleuchtung automatisch. Vorreiter ist Philips mit seinen Hue-Leuchten, die in normale E27-Fassungen passen. Das System kann sich sogar merken, wann der Nutzer abends normalerweise das Licht ein- und ausschaltet – und dann genau diesen Rhythmus nachahmen. Perfekt, um Einbrecher hinters Licht zu führen.

Alarm-Türstopper

Eine Alarmanlage für zuhause kostet schnell hunderte oder gar tausende von Euro. Doch es geht auch viel günstiger – mit durchaus passablem Schutz. Ein Alarm-Türstopper (die Auswahl im Internet ist riesig) ist ein Keil, der doppelt hilft. Er wird unter eine Tür geschoben, die er dann mechanisch blockiert. Und die Berührung löst einen gellend lauten Alarmton aus, der lärm- und lichtscheues Gesindel mit bis zu 120 Dezibel (dB) in die Flucht schlägt. Denn diese Lautstärke entspricht einer Kettensäge oder einem Presslufthammer – und reißt die Nachbarschaft garantiert aus dem Schlaf. Ein günstiger Einbruchsschutz unter dem Motto „Geiz ist Keil“. Naturgemäß ist der Stopper nicht geeignet für die Tür, durch die man das Haus verlässt.

Nuki Smart Lock 2.0

Wohnungs- und Hausschlüssel, die unter dem Türvorleger oder im Blumentopf deponiert werden, sind eine perfekte Einladung für Einbrecher. Motto: „Bitte kommen Sie herein!“ Mit einem smarten Türschloss wie dem Nuki 2.0 aus Graz wird das Hinterlegen des Schlüssels, zum Beispiel für die Putzfrau oder die Kinder, überflüssig. Denn mit dem Smartschloss, das innen an der Haustür angebracht wird, lässt sich die Tür per Smartphone öffnen. Eine App vergibt Zugangsberechtigungen, die sich auch zeitlich beschränken lassen. Und für Berechtigte, die sich mit ihrem Handy nähern, öffnet sich die Tür automatisch. Das System ist statistisch sicherer als ein echter Schlüssel und ändert deshalb auch nichts am Schutz der Hausratversicherung. Das schlaue Schloss funktioniert mit den meisten Schließsystemen und lässt sich auch von Laien binnen weniger Minuten installieren.

DoorBird D101

Wer steht vor der Tür, wer läuft durch den Garten? Die Video-Gegensprechanlage Doorbird D101 aus Berlin sorgt für Klarheit und Sicherheit. Sie überträgt das Bild von der Türkamera auf eine Smartphone-App. Erst wenn sich der Nutzer per Kamera und Gegensprechanlage vergewissert hat, dass alles in Ordnung ist, öffnet er die Tür per App. Wenn nicht, lässt sich ein gellend lauter Alarmton auslösen. Ein 180-Grad-Infrarot-Bewegungssensor überwacht zudem den gesamten Bereich vor der Tür – auch wenn der gebetene oder ungebetene Besucher gar nicht klingelt. Steht eine dubiose Gestalt vor der Tür? Oder will nur ein Bote sein Paket abgeben? Dann lässt sich die Tür auch von unterwegs per App öffnen. Die Bildqualität überzeugt bei Tag und Nacht, und der DoorBird lässt sich in bestehende Klingelanlagen integrieren.

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