Am Sonntag hat sich zum zehnten Mal der Todestag von Fußball-Nationaltorwart Robert Enke gejährt. Er litt unter Depressionen und nahm sich 2009 das Leben. Seither engagiert sich seine Witwe Teresa Enke in der Aufklärungsarbeit rund um die Volkskrankheit. Mit der von ihr initiierten Robert-Enke-Stiftung versucht sie, über die Erkrankung zu informieren und Betroffenen zu helfen. Als neueste Initiative stellte Teresa Enke jetzt das Projekt „Impression Depression“ vor, bei dem gesunde Menschen mithilfe einer Datenbrille zumindest einen Eindruck davon erhalten, wie sich Depressionen anfühlen. „Ich fand es erschreckend, es war eine Grenzerfahrung für mich. Und dabei war es ja nur für eine kurze Zeit. Und ich wusste, dass ich die Brille gleich abnehmen kann“, verriet Teresa Enke nach einem Selbstversuch. Für die 15-minütige Virtual-Reality-Erfahrung müssen sich die Teilnehmer eine zehn Kilo schwere Bleiweste umhängen. Sie können dann die Szenarien „Depression im Leistungssport“ oder „Depression als Volkskrankheit“ durchleben, die als virtuelle Reise zumindest Facetten einer Depression nachfühlbar machen sollen. Das Projekt (https://impression-depression.de) geht mit der Brille nun auf Demonstrations-Tour durch Deutschland. Firmen, Lehreinrichtungen oder Organisationen können Termine buchen. Nutzen sollen die „Impression Depression“ aber nur Gesunde. Denn wer schon einmal von einer Depression betroffen war, könnte die Erfahrung als zu belastend empfinden. J. HEINRICH