Eine „Strahlenproktitis“ kann leider als Komplikation einer Bestrahlung von Organen im Becken auftreten –auch Jahre nach der Bestrahlung. Aus anatomischen Gründen ist es leider nicht möglich, bei einer gegen den Prostatakrebs wirksamen Bestrahlung den benachbarten Enddarm (Rektum) ausreichend zu schützen. Daher kommt es zu einem dauerhaften Strahlenschaden der Rektumschleimhaut und der gesamten Rektumwand. Blutungen, häufiger Stuhldrang, Durchfall und sogar Inkontinenz können die Folgen sein. Die Wirksamkeit von Medikamenten ist dabei oft unbefriedigend. Wie Sie berichten, hat es Ihr Internist schon mit dem gesamten Arsenal entzündungshemmender Substanzen versucht. Eine Alternative könnte eine Radiofrequenzablation der Rektumschleimhaut sein. Dabei wird ein Endoskop in den After eingeführt und durch den Arbeitskanal ein spezieller Katheter eingebracht. Durch diesen ist eine Hitze-Verödung der von der Bestrahlung geschädigten Schleimhaut möglich. Wegen der großen zu behandelnden Fläche sind gelegentlich zwei bis drei Sitzungen in Abständen von etwa vier Wochen nötig. Die Behandlung lässt sich im Abstand von mehreren Monaten oder Jahren wiederholen, sollten erneut Blutungen auftreten. Vor dem Eingriff erhält der Patient eine Sedierung („Schlafspritze“). Er spürt also nichts. Zuvor ist eine gründliche Reinigung des Rektums mit einem, besser zwei Einläufen erforderlich. Es ist aber nicht nötig, den gesamten Dickdarm durch Trinken von ein bis zwei Litern Reinigungslösung zu spülen.