DIE BUNTE WELT DER AMPHIBIEN IN BAYERN
. 19 verschiedene Amphibienarten gibt es in Bayern. Zu den Lurchen zählen Frösche, Kröten, Molche, Salamander und Unken. Von den 19 Arten weisen zwölf einen Rote-Liste-Gefährdungs-Status auf. Die Geburtshelferkröte, der Moorfrosch und die Wechselkröte sind vom Aussterben bedroht.
. Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 Grad Celsius – und dann vor allem bei Regen – wandern die Amphibien los: Die fortpflanzungsbereiten Tiere machen sich in Massen auf zu ihren Laichgewässern. Dort finden Balz, Paarung und Eiablage statt. Amphibien geben ihren Paarungs- und Geburtsort jedoch zugunsten des Sommerdomizils wieder auf: Sie wandern zurück, manche Arten bevorzugen die Nähe eines Flusses oder zumindest Baches, andere einen Teich, ein Moor oder eine feuchte Wiese, wieder andere Laub- oder zumindest Mischwald.
. Frühlaichende Arten – Mitte März bis April – sind Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch, sowie teilweise Spring- und Moorfrosch.
. Spätlaichende Arten sind Grünbauchunke und Wechselkröte, letztere laicht noch bis Juni. Zu ihnen zählen: > Die Kreuzkröte Ein mittelgroßer Froschlurch, der vier bis acht Zentimeter erreicht. Die oberflächlich warzige Haut ist auf hellem Grund grünlich-braun marmoriert. Auf dem Rücken befindet sich meist ein typisch weißlich-gelber Streifen. Die Kröte ist beispielsweise in den Bergbau-Folgelandschaften anzutreffen und laicht am liebsten in eher vegetationsfreien Gewässern. > Die Wechselkröte Sie ist leicht mit der Kreuzkröte zu verwechseln, ihr fehlt aber der helle Rückenstreifen. Beide Arten sind auf Flach- bzw. Kleinstgewässer als Laichplätze angewiesen, wie Wasserlöcher in Kiesgruben. > Die Gelbbauchunke Auch sie besetzt gerne Pioniergewässer, also neu entstandene Tümpel aus Wagenspuren zum Beispiel. Das Tier misst nur 4 bis 5 Zentimeter, hat den charakteristischen gelben Bauch und eine tropfenförmige Pupille. Die Gelbbauchunken müssen damit rechnen, dass ihre Laichgewässer austrocknen, deshalb geben sie bei der Entwicklung Gas: von der Eiablage bis zum kleinen Hüpfer in nur zwei Wochen! Dennoch trocknet der Laich häufig aus. Die Tiere versuchen mit einer zweiten Laichzeit im Sommer bei Hochwasser und Starkregen weiter die Art zu erhalten. Ihre angestammten Lebensräume sind Auen, aber davon gibt es kaum noch welche. Die Landschaft vor 50 Jahren war noch durchzogen von unbefestigten Wegen und Straßen, auf denen sich Pfützen und Wasser gefüllte Radspuren bildeten. Auch diese Sekundärlebensräume werden knapp. Fast jeder Feldweg ist heute schon asphaltiert. Heute überlebt die Gelbbauchunke vor allem noch auf Truppenübungsplätzen, in Ton-, Sand- und Kiesgruben oder Steinbrüchen. . www.lars-ev.de/arten (Artensteckbriefe des Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V.)