Hautkrebs als schlimme Spätfolge

von Redaktion

Experte gibt Tipps für sensible Kinderhaut, Allergiker, Sportler und passionierte Sonnenanbeter

München – Wie gefährlich ist es, wenn man doch mal zu lange in der Sonne war? Wer muss besonders aufpassen? Wie hilft man der sonnverbrannten Haut? Wir haben dazu mit einem Experten für Hautfragen gesprochen, Dr. Stefan Duve, Mitbegründer des Haut- und Laserzentrums an der Oper.

Herr Dr. Duve, wie gefährlich ist ein Sonnenbrand?

Das reicht von völlig ungefährlich bis sehr gefährlich. Ein einmaliger Sonnenbrand ist tolerierbar. Aber auch das hängt vom Alter ab. Für Babys und Kleinkinder kann ein Sonnenbrand sehr gefährlich werden. Und dann spielt der Hauttyp eine Rolle. Bei sehr hellhäutigen Menschen, die immer wieder einen Sonnenbrand bekommen, kann das die Ursache für späteren Hautkrebs sein. Wenn ein Sonnenbrand zudem so stark ist, dass systemische Symptome wie Schüttelfrost und Fieber auftreten, ist das möglicherweise sogar lebensbedrohlich. Kinder sind also besonders gefährdet.

Was raten Sie den Eltern?

Babys sollten der direkten Sonne gar nicht ausgesetzt werden. Kleine Kinder schützt man am besten mit UV-undurchlässiger Kleidung, einer Kopfbedeckung und Sonnenschutzmitteln mit dem höchsten Faktor. Das gilt am Meer ebenso wie bei Skifahren.

Eine sensible Gruppe sind auch Allergiker, deren Haut auf Sonnenschutzmittel reagiert. Was müssen diese Menschen beachten?

Mittlerweile gibt es ein große Produktpalette an Sonnenschutzmitteln, auch spezielle für Allergiker. In Apotheken können sie sich beraten lassen. Dass jemand auf einen Inhaltsstoff reagiert, der in allen Mitteln vorkommt, ist wohl sehr selten. Dann können sich Allergiker immer noch mit der richtigen Kleidung schützen oder auf ein Produkt mit mineralischem Schutz zurückgreifen.

Gibt es eine Möglichkeit für einen Schutz von innen, zum Beispiel durch Carotin?

Dazu gibt es tatsächlich sogar auf Dermatologen-Kongressen viel Widersprüchliches. Man kann aber feststellen, dass es keinen wirklichen inneren Schutz gibt, auf den man sich bei heller Haut wirklich verlassen kann.

Wenn es doch mal zum Sonnenbrand gekommen ist, wie ist er zu behandeln?

Erst mal kühlen. Gegen die Schmerzen und die Entzündung – denn die Haut nach einem Sonnenbrand ist entzündet – wirkt Aspirin. Man kann zusätzlich ein spezielles Gel auftragen oder eine leichte Cortison-Creme. Wenn der Sonnenbrand sehr großflächig ist und die Haut Bläschen zeigt, dann sollte man damit zum Dermatologen.

Was legen Sie unseren Lesern noch ans Herz?

Sich auf den eigenen Hauttyp abgestimmt ausreichend zu schützen. Wer ein dunkler Typ ist, kann sich vielleicht auch mal eine Stunde in die Sonne legen und verträgt das. Jemand mit heller Haut muss aufpassen. Und man sollte immer dran denken: UV-Strahlen gibt es auch bei bedecktem Himmel. Gerade wenn es reflektiert, wie auf dem Wasser oder bei Schnee, kann man auch bei Wolken einen Sonnenbrand bekommen.

Interview: Christine Merk

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