AKTUELLES AUS DER MEDIZIN

Katheter hilft dem Herzrhythmus Patientenberatung kritisiert Kassen Kürzere Bestrahlung ist ausreichend

von Redaktion

Das Herz rast oder stolpert, dazu kommen Schwindel, Luftnot und eine verminderte Leistungsfähigkeit: Bis zu zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern. Die Herzrhythmusstörung birgt eine lebensbedrohliche Gefahr: Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder eine Herzschwäche zu entwickeln, ist bei Patienten mit Vorhofflimmern stark erhöht. „Es ist daher wichtig, Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, betont der Herzspezialist Prof. Stephan Willems vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Er erklärt: „Studien haben gezeigt, dass die Katheter-Ablation der medikamentösen Therapie hinsichtlich des langfristigen Erhalts des normalen Herzrhythmus überlegen ist.“ Etwa jede zweite Katheterablation ist dauerhaft erfolgreich, das heißt, das Vorhofflimmern kehrt nicht zurück. Je früher die Behandlung erfolge, desto besser seien die Chancen.

Trotz eindeutig anderslautender Bestimmungen werden hilfsbedürftige Ratsuchende immer häufiger von ihrer Krankenkasse angewiesen, sich selbst um die Organisation einer Haushaltshilfe zu kümmern: Das hat die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) im vergangenen Jahr in ihrem Beratungsalltag vermehrt festgestellt. Obwohl das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) bereits in der Vergangenheit die Kassen mehrfach deutlich auf ihre Unterstützungspflichten hingewiesen hat, ist Besserung nicht in Sicht. Heike Morris, Juristin bei der UPD, erläutert: „Wir legen den Betroffenen nahe, erneut mit ihrer Kasse Kontakt aufzunehmen und diese mit Verweis auf die klare Rechtslage aufzufordern, ihnen eine Haushaltshilfe zu stellen. Führt das nicht zum Erfolg, bleibt leider nur die Suche auf eigene Faust – dann aber sollten sich die Versicherten von der Kasse eine Übernahme der tatsächlich anfallenden Kosten bestätigen lassen.“

Eine Behandlungsstudie unter Heidelberger Federführung zeigt, dass eine intensivere, dafür kürzere Bestrahlungstherapie nach der Brustkrebs-OP ebenso wirksam ist wie die Standardtherapie. Nach der Brustkrebs-OP wird in der Regel zusätzlich zur Bestrahlung der gesamten Brust die unmittelbare Umgebung des entfernten Tumors gesondert intensiv bestrahlt. Diese „Boost“-Bestrahlung muss allerdings nicht zwangsläufig – wie bisher empfohlen – im Anschluss an die mehrwöchige Bestrahlung stattfinden. Die „Boost“-Behandlung könne auch integriert werden.

Artikel 4 von 4