AKTUELLES AUS DER MEDIZIN

Darmkrebs: Gefahr durch zu viel Zucker Forschung an Impfung gegen Krebs

von Redaktion

Köln – Dass sich hoher Zuckerkonsum auf Gewicht und Zahngesundheit von Kindern auswirken kann, ist bekannt. Eine große internationale Studie hat nun ergeben, dass hoher Zuckerkonsum in jungen Jahren zudem die Entstehung von Darmkrebs im Erwachsenenalter begünstigen kann.

Vor allem Fruchtzucker und gesüßte Getränke stehen demnach im Zusammenhang mit der Entwicklung von sogenannten Adenomen im Darm, insbesondere im Dickdarm, erklärt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Diese Adenome können sich zu Carcinomen weiterentwickeln. Nicht ganz so ausgeprägt, aber ähnlich, waren die Ergebnisse für den Zuckerverbrauch insgesamt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung plädiert dafür, dass Kinder sich erst gar nicht an eine hohe Zuckerzufuhr und den damit verbundenen Süßgeschmack gewöhnen sollen. So seien gerade für Kinder beworbene Lebensmittel oft stark zuckerhaltig. Insbesondere Fruchtzucker (Fructose) wird wegen seiner stärkeren Süße häufiger in verarbeiteten Lebensmitteln verwendet, so der BVKJ.

Heidelberg – Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Universitätsklinikum Heidelberg konnten erstmals die Entstehung von erblichem Darmkrebs mit einer Schutzimpfung hinauszögern. Mäuse mit einer erblichen Veranlagung für Darmkrebs überlebten nach Impfung signifikant länger als ungeimpfte Artgenossen. Eine Kombination der Impfung mit einem entzündungshemmenden Medikament steigerte den Schutzeffekt, meldet das deutsche Krebsforschungszentrum. „Wir konnten zum ersten Mal in einem lebenden Organismus nachweisen, dass eine Impfung mit Neoantigenen vor Krebs schützt“, betont der Heidelberger Forscher Matthias Kloor und ergänzt: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Impfung gegen erbliche Krebserkrankungen ein Erfolg versprechendes Konzept ist, das wir in die klinische Anwendung übertragen wollen.“

Übrigens: Vorsorge gegen Darmkrebs ist angeraten! Das Risiko, an Darmkrebs zu versterben, verringerte bei Patienten mit Vorsorge-Darmspiegelung zu 70 Prozent.

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