München – Rund 750 000 Kinder werden bald eingeschult. Zeit für die Frage: Woran erkennt man einen guten Schulranzen? Wirbelsäulenexperte Dr. Reinhard Schneiderhan vom gleichnamigen Medizinischen Versorgungszentrumin München-Taufkirchen hat sich mit diesem Thema beschäftigt. Denn: „Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die unter Rückenschmerzen leiden, nimmt dramatisch zu. Die Auswahl des richtigen Ranzens hat darauf einen wesentlichen Einfluss“, so der Rücken-Fachmann. Ob ein Ranzen eventuell doch für Rückenprobleme verantwortlich sein kann, hängt von mehreren Faktoren ab: „Individuelle Belastungsverträglichkeit, die Belastungsdauer, die Tragegewohnheiten, die Länge des Schulwegs, die Qualität des Produkts und natürlich das Gewicht. Internationalen Studien zufolge können Kinder bis zu 15 Prozent des Eigengewichts problemlos bewältigen. Höhere Gewichte können eine deutliche Veränderung der Körperhaltung und des Bewegungsverhaltens verursachen. „Eltern sollten das Gewicht regelmäßig kontrollieren“, rät Dr. Schneiderhan. Nicht immer liegt der Ranzen richtig am Rücken an. „Die ergonomische Konturierung ist wichtig. Die Last muss seitengleich verteilt werden. Nur so ist die Wirbelsäule entlastet.“ Die Aktion Gesunder Rücken empfiehlt ein druckstabiles Material, damit der Inhalt nicht gegen den Rücken drückt. Auch wichtig: atmungsfreundliche Polsterung, rutschfestes Material und eine clevere Fächeraufteilung im Inneren. „Schwerere Gegenstände sollten möglichst rückennah getragen werden, um die Hebelwirkung so gering wie möglich zu halten“, sagt Dr. Schneiderhan. Die Tragegurte sollten zudem mindestens vier Zentimeter breit, gut gepolstert, leicht verstellbar und rutschsicher sein. dop