PRZEWALSKIPFERD

Eine Münchnerin in der Wüste Gobi

von Redaktion

Noch ein Tier aus Hellabrunn ist für den Artenschutz weit gereist. Naya, eine Przewalskipferd-Stute, wurde 2017 gemeinsam mit drei weiteren Tieren ausgewildert. Naya lebte bereits in Prag, mit ihr flogen je eine Stute aus Leipzig, aus dem französischen Chantou und dem tschechischen Dolní-Dobrejov im Militärflugzeug! „Return of the Wild Horses“ ist der Name des Auswilderungsprojekts von bedrohten Wildpferden im Takhin-Tal in der Gobi-Wüste. Zur Eingewöhnung an Futter und Klima leben die Pferde zwei Jahre in einem Akklimatisierungsgehege.

Wilde Przewalskipferde galten in der Natur als ausgestorben, die letzten Exemplare wurden 1969 in der Mongolei gesichtet. Nur 13 Wildpferde überlebten in Zoos. Es ist vor allem dem Willen des früheren Direktors von Hellabrunn, Prof. Henning Wiesner, zu verdanken, dass es heute wieder 1600 Exemplare gibt. Er suchte für die Erhaltung vom Aussterben bedrohter Tierarten zuständige Institution EEP (Europäisches Erhaltungszucht Programm) Flächen. So eine Fläche hatte die Stadt Hanau, den ehemaligen US-Army-Truppenübungsplatz Campo Pond – und 2009 kamen die ersten Przewalski-Pferde aus dem Hellabrunner Zoo auf Campo Pond an. Sie pflegten durch die Beweidung die wertvollen Magerrasenflächen und wurden stark gemacht für ihren ursprünglichen Lebensraum in der Gobi. Beweidungsprojekte gibt es neben Hanau, auch in Tennenlohe, Gießen, Augsburg sowie im Nationalpark Bayerischer Wald und im ungarischen Nationalpark Hortobagy. Zwei Hanauerinnen, geboren 2015, Pepper und Priska, sind nun auch in der Mongolei – und werden hoffentlich dort für Nachwuchs sorgen.

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