Januar 1945 – Deutschland liegt in Trümmern, überall fliehen die Menschen vor der näher rückenden Roten Armee und den Bombenangriffen der Alliierten. Auch die 16-jährige Rena verlässt mit ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern ihre Heimatstadt in Polen. Die Nachricht, dass es nur noch einen einzigen Zug geben wird, der die Deutschen zurück in die „Heimat“ bringen wird, hat tausende Menschen in Panik zum Bahnhof von Posen getrieben. Rena und ihrer Familie gelingt es mit viel Glück, einen Platz in dem völlig überfüllten Zug zu bekommen. Aber die Hoffnung, in Berlin einen Unterschlupf zu finden, zerschlägt sich kurz nach ihrer Ankunft. Verwandte und Freunde sind entweder im Bombenhagel ums Leben gekommen oder wurden verhaftet.
Nach ihrer Evakuierung strandet die kleine Familie in einem norddeutschen Dorf, wo sie auf einem Bauernhof für Kost und Logis hart anpacken muss und von den Einheimischen als „Polacken“ beschimpft wird. Einziger Lichtblick für Rena ist ihre Freundschaft mit Klaas, dem Sohn des Pastors, der ihr einen anderen Blick auf die Ereignisse eröffnet. Schließlich endet für Rena der Krieg mit dem Einmarsch der Briten, und eines Tages kehrt auch ihr Vater aus russischer Gefangenschaft zurück. Die Freude währt aber nur kurz. Denn Rena hat inzwischen viel erfahren über die Verbrechen an Juden und Andersdenkenden. Sie beginnt ihren Vater, ein überzeugtes SA-Mitglied, infrage zu stellen und versucht, einen eigenen Platz in der neuen Weltordnung zu finden.
„Und alles neu macht der Mai“ schildert, gerade in Zeiten weltweiter Flüchtlingsströme, das ganze Elend von Flucht und Heimatlosigkeit. Klaus Kordon erzählt auch von dem Mut, den es braucht, um die Vergangenheit kritisch zu hinterfragen.