Ella ist eine Überlebende. Das jüdische Mädchen wurde nach Auschwitz deportiert, wo sie ein Jahr lang der Willkür der Aufseher, unerträglichem Hunger, Demütigungen und einem unerbittlichen Kampf ums Überleben ausgesetzt war. Listen, Zählappelle und die rauchenden Schornsteine gehörten zu ihrem Alltag, genauso wie Todesangst und Verzweiflung. Doch Ella gibt sich nicht auf. Sie will die menschenverachtende Fabrik überleben. Außerdem hat sie nie aufgehört zu träumen. Ihr größter Wunsch: ein eigener Modesalon.
Der bedrückende Roman dokumentiert, wie viel Glück zum Überleben in Auschwitz dazugehörte. Ella bleibt wohl nur am Leben, weil sie geschickt mit der Nähmaschine umgehen kann. Ein Talent, das sie vor der Gaskammer bewahrt. Sie schneidert Kleidungsstücke für die KZ-Aufseherinnen und ranghohe SS-Offiziersgattinnen. Die zeigen sich begeistert von ihren Kreationen. Doch Neid und Missgunst im Lager führen dazu, dass sie in die Wäscherei geschickt wird, um niedere Arbeiten zu verrichten. Immer an ihrer Seite: Rose. Sie kann besonders gut sticken und verziert die von Ella geschneiderten Kleider kunstvoll. Doch auch sie wird degradiert und landet in der Wäscherei.
Als Rose krank wird, bangt Ella um das Leben ihrer Freundin. Was sie immer bei sich trägt: ein rotes Band, als Zeichen der Hoffnung, der Verbundenheit und des Friedens. Der Roman erzählt von Gräueltaten und Todesangst, von Qual und Quälerei. Es geht aber auch um Freundschaft, Liebe, Glück und Zukunft. Es sind Extreme, mit denen der Leser konfrontiert wird und durch die er lernt, wie es war und wie es nie wieder werden darf. Es sind die leisen Töne, die den Schrei nach Recht und Gerechtigkeit umso lauter erklingen lassen. Und man erkennt, wie die Kluft zwischen Menschen wächst, wenn die Welt in „Wir“ und „Die Anderen“ eingeteilt wird. Darauf folgen Hass und Gewalt. All das wird hier schonungslos offengelegt. Ein Roman für jeden, der verstehen will.