Wohligwarm ohne Qual?

von Redaktion

HERKUNFT UND PRODUKTION VON DAUNEN

Rund 25 000 Tonnen Gänsefleisch essen die Deutschen jährlich. Nur ein Zehntel der Nachfrage kann durch heimisches Geflügel gedeckt werden, der Rest wird importiert. Ein hoher Prozentsatz stammt aus Polen und Ungarn. Das Zwangsmästen, bei dem den Tieren das Futter gewaltsam über ein Rohr in den Magen gestopft wird, ist inzwischen in Polen verboten. Durch das „Stopfen“ wird das Gewicht der Gänseleber von normalen rund 120 Gramm auf über ein Kilo gequält. Folgen der brutalen Zwangsernährung sind auch mal zerrissene Speiseröhren und geplatzte Mägen. Auch wenn das passé ist, werden in vielen Fällen die Tiere in nur neun bis zehn Wochen gemästet, teils unter Kunstlicht und in größter Enge. Eine Gans, die artgerecht draußen aufwächst, hat ihre Schlachtreife nach circa 7 Monaten und wiegt dann 4-6 Kilo.

Die Federn bei Gänsen stammen auch noch von lebendigen Tieren, seien sie aus Asien oder Osteuropa. Die besonders brutale maschinelle Methode des Rupfens ist in Deutschland zwar verboten, aber man unterscheidet immer noch zwischen Raufen und Rupfen. Rupfen ist das Herausreißen von in der Haut fest verankerten Federn und Daunen. Raufen bedeutet, dass man die Federn während des natürlichen Federwechsels (Mauser) entnimmt. Aber wer garantiert, dass alle Tiere zum richtigen Zeitpunkt gerauft werden? Zudem werden die Tiere festgehalten und umgedreht, was für eine Gans extremer Stress ist. Oftmals sind entsprechende Labels und Werbeversprechen vage und undurchschaubar. Es wird häufig auf eine vertrauensvolle Lieferkette hingewiesen, aber der Kunde erfährt nichts über die realen Haltungsbedingungen der Tiere. Es gibt noch immer keine verpflichtende Kennzeichnung, ob Daunen von geschlachteten oder lebenden Tieren stammen. Und auch der Rupf am toten Tier heißt ja nicht, dass das Tier vorher schön gelebt hat! Es gibt natürlich Alternativen zur Daune. Doch wenn es Daune sein soll, sind diese Labels gut:

Global Traceable Down Standard (TDS) oder Responsible Down Standard (RDS) werden vornehmlich für Outdoorprodukte verwendet. Hier ist sowohl Lebendrupf/-rauf als auch Zwangsfütterung (Stopfen) verboten. TDS berücksichtigt auch die Elterntiere. Downpass wird für Bettwaren, aber auch in der Outdoorindustrie verwendet. Er schließt alle Ware vom lebenden Tier aus (Lebendrupf, Mauserrauf, Stopfleberproduktion). Nach der Erstauditierung erfolgen laufende Kontrollen der Farmen, Großhändler und Produzenten. Nach Ablauf der zwei Jahre müssen sich die Unternehmen erneut zertifizieren lassen. Die Kontrolle der Haltungsbedingungen beginnt beim geschlüpften Tier. Handelt es sich bei Farmen um eine Kombination aus Elterntieren und normaler Aufzucht, werden die Haltungsbedingungen für alle Tiere erfasst. Zusätzlich bietet der Downpass-Standard für reine Elterntierfarmen die Möglichkeit von Zusatzaudits an. >> Interessanter Link www.downpass.com/de/hersteller >> Verbrauchertipp Immer Wert darauf legen, dass auch die Haltung der Elterntiere geprüft wird. Am besten mal mit der Prüfnummer die Kette nachvollziehen! > www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/ federn-und-daunen

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