Brustkrebs trifft meist Frauen ab 50

von Redaktion

Früherkennung entscheidend für eine schonende Behandlung

München – Brustkrebs ist der häufigste Krebs bei Frauen: Jährlich trifft es in Deutschland rund 70 000 Frauen, 17 500 Frauen sterben. Um das Risiko zu senken, werden Frauen von 50 bis 69 alle zwei Jahre zur Mammografie eingeladen – also zu einer Röntgenaufnahme ihrer Brust. Ziel sei es, Brustkrebs in einem so frühen Stadium zu entdecken, dass eine Metastasierung verhindert werden kann, sagt Dr. Claus-Peter Wallner, Oberarzt am Zentrum für Mammadiagnostik des LMU-Klinikums. „Hierzu sollte der Herdbefund klein und die Lymphknoten sollten noch nicht befallen sein. Dann haben Frauen eine reelle Chance auf eine schonendere Behandlung und darauf, vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt zu werden.“

Die Untersuchung

Da das Brustkrebs-Risiko mit dem Alter steigt und im höheren Alter wieder sinkt, richtet sich das Mammografie-Programm nur an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Sie werden alle zwei Jahre über die Melderegister angeschrieben. Frauen ab 30 haben Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung. „Für eine jüngere Frau macht eine Mammografie nur ergänzend zu einer vorausgegangenen Ultraschalluntersuchung Sinn, wenn sie oder ihr Arzt einen neu aufgetretenen, suspekten Knoten ertastet oder andere Auffälligkeiten wie eine Einziehung der Haut oder eine Blutung aus der Brustwarze beobachtet hat“, erläutert Wallner. „Ein sehr wichtiger Grund ist auch eine erbliche Vorbelastung, hierfür spricht eine auffällige familiäre Häufung von Brust- oder Eierstockkrebs.“ Diese Hochrisikopatientinnen sollten in einem spezialisierten Zentrum eines Universitätsklinikums betreut werden.

Die eigentliche Untersuchung dauert zehn bis 15 Minuten: Es werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gefertigt. Zur Dosisminimierung und Verbesserung der Bildqualität muss die Brust komprimiert werden. Fachärzte werten die Röntgenbilder jedes für sich aus.

„Ist das Ergebnis unklar, wird im nächsten Schritt meist eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt“, sagt Wallner. „Bleibt auch hier ein Tumorverdacht, muss eine Gewebeprobe entnommen werden, um zu einer klaren Diagnose zu kommen.“

Von 1000 Frauen, die am Screening teilnehmen, erhalten 970 die Nachricht, dass ihr Befund unauffällig war. 30 werden aufgrund eines auffälligen Befunds weitere Untersuchungen angeboten, sechs erhalten die Diagnose Brustkrebs. Das bedeutet: 24 Frauen mussten einige Wochen lang mit der Angst leben, vielleicht Krebs zu haben. „Es überwiegt aber eindeutig der Nutzen“, betont Wallner. „Das regelmäßige Screening bewahrt viele Frauen vor dem Krebstod.“ Außerdem könne im Krankheitsfall meist noch brusterhaltend operiert werden.

Wer zahlt? Das Mammographie-Screening ist für alle Frauen kostenlos – egal, ob gesetzlich oder privat versichert.

Welche Risiken gibt es?

Wie bei allen Röntgenuntersuchungen gibt es eine gewisse Strahlenbelastung. Die Dosis moderner digitaler Röntgengeräte ist jedoch deutlich geringer als bei älteren Modellen. Viele Frauen empfinden die Kompression ihrer Brüste während der Aufnahme als schmerzhaft. Sorgen, sich dabei zu verletzen oder der Brust Schaden zuzufügen, sind unbegründet.

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