Schwarzer Hautkrebs – ein tückischer Feind

von Redaktion

TEXTE: DR. NICOLE SCHÄNZLER

München – Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) ist sehr gefährlich. Anders als der viel harmlosere weiße Hautkrebs wächst er schnell und streut früh in andere Organe. Je tiefer ein Melanom in die Haut vordringt, umso rascher verteilen sich die Krebszellen über die Blutbahnen. Die Zahl der Erkrankungen steigt: Pro Jahr erkranken rund 23 000 Bundesbürger neu, fast 3000 sterben. Ein Screening beugt vor. „Wird der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt, lässt er sich meist besser und unkomplizierter behandeln“, sagt Oberarzt Dr. Dirk Tomsitz, Experte an der Klinik für Dermatologie des LMU-Klinikums.

Wie läuft die Vorsorge?

Untersucht werden die gesamte Haut und die sichtbaren Schleimhäute von der Kopfhaut bis zu den Fußsohlen. Die Zeiten der Hautinspektion mit bloßem Auge sind vorbei. Seit April 2020 gehört zum Hautkrebs-Screening die Betrachtung der Haut mit einer leistungsstarken Lupe als Kassenleistung dazu. Dieses sogenannte Auflichtmikroskop ermöglicht mit zehnfacher Vergrößerung eine bessere Begutachtung der Pigmentierung. Mit dem Auflichtmikroskop hat sich die Erkennung verbessert – auf eine Rate zwischen 80 und 90 Prozent. Viele Dermatologen bieten zur Verlaufskontrolle auch eine Videodokumentation an. „Dies ist vor allem sinnvoll bei auffälligen Muttermalen, die sich an anatomisch komplizierten Regionen befinden, etwa an Handfläche, Fußsohle, im Genitalbereich oder an der Schleimhaut“, sagt Tomsitz. Je früher schwarzer Hautkrebs erkannt und entfernt wird, umso besser ist die Prognose. Allerdings ist es bislang nicht gelungen, die Zahl der Todesfälle zu senken. Mit der Auflichtmikroskopie sind aber die Chancen gestiegen, schwarzen Hautkrebs so früh zu entdecken, dass er entfernt werden kann, bevor er Metastasen streut. Die Experten sind sich einig, dass Hautkrebs-Screenings wichtig und nützlich sind. Richtig ist jedoch auch: Das Screening schützt nicht automatisch vor Hautkrebs. Gerade schwarzer Hautkrebs kann sehr rasch und plötzlich wachsen, obwohl die letzte Hautvorsorge noch gar nicht so lange her ist.

Wer zahlt?

Das Screening wird für alle Versicherten ab 35 alle zwei Jahre bezahlt, meist tragen die Kassen auch die Mehrkosten fürs Auflichtmikroskop. Manche zahlen auch bei Jüngeren oder jährlich statt alle zwei Jahre. Die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Videodokumentation.

Welche Risiken gibt es?

Das Screening selbst birgt keine Risiken. Stellt der Arzt aber eine verdächtige Hautveränderung fest, wird unter lokaler Betäubung eine Gewebeprobe entnommen. Oft erweist sich eine verdächtige Stelle doch als gesund. Zurück bleibt eine kleine Narbe auf der Haut, die nicht nötig gewesen wäre. Dafür ist man auf der sicheren Seite.

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