Im Gebärmutterhals trifft das Gewebe des Muttermunds mit dem des Gebärmutterhalses aufeinander. In diesem Übergangsbereich kann Krebs entstehen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 4300 Frauen und 1600 Frauen sterben sogar daran.
Die Erkrankung
Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich aus Gewebeveränderungen. Dieser Prozess kann bis zu zehn Jahren dauern. Beim PAP-Abstrich werden Zellen des Gebärmutterhalses gewonnen und mikroskopisch auf mögliche Auffälligkeiten untersucht: „Ein auffälliges Ergebnis des PAP-Tests ist nicht immer eine Krebsdiagnose. Oft bilden sich leichte Zellveränderungen von allein zurück“, betont Dr. Christoph Bauer, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Hormon- und Stoffwechseltherapeut mit eigenen Praxen in München und Wolfratshausen. Wichtig seien allerdings Kontrolluntersuchungen sowie ein HPV-Test, um zu klären, ob die Zellveränderungen Folge einer HPV-Infektion sind. Denn bestimmte Typen der humanen Papillomaviren gelten als wichtigste Auslöser für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs.
Die Zielgruppe
Seit 2020 wird die Früherkennung als Screening-Programm angeboten: Frauen zwischen 20 und 65 Jahren werden alle fünf Jahre schriftlich von ihrer Krankenkasse zur Teilnahme eingeladen. 20- bis 34-Jährige können weiterhin einmal jährlich einen PAP-Test durchführen lassen. Gesetzlich versicherte Frauen ab 35 Jahren haben nur noch alle drei Jahre einen Anspruch auf die Untersuchung. Allerdings wird der Abstrich nun mit einem HPV-Test kombiniert.
Wichtig zu wissen: „Die Neuregelungen betreffen nur das Gebärmutterhalskrebs-Screening. Alle anderen jährlichen Vorsorge-Untersuchungen beim Gynäkologen bleiben unverändert. Auch die klinische Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge, eventuell ergänzt durch Ultraschalldiagnostik“, so Dr. Bauer.
Für den PAP-Abstrich und die HPV-Probe entnimmt der Gynäkologe einen Zellabstrich vom äußeren Muttermund und aus dem Gebärmutterhalskanal. Im Labor werden die Proben dann untersucht.
Ergebnisse
Der 1971 eingeführte PAP-Test ist eine Erfolgsstory: Die Neuerkrankungen konnten um mehr als 70 Prozent gesenkt und die Zahl der Sterbefälle halbiert werden. Gebärmutterhalskrebs gehört jetzt zu den seltenen Krebserkrankungen.
Treffsicherheit & Kosten
Der PAP-Abstrich hat eine Treffsicherheit von 80 bis 90 Prozent. Allerdings hängt die Entdeckungsrate wesentlich von der Regelmäßigkeit der Abstriche ab. In Deutschland ist der Zellabstrich deshalb jährlich vorgesehen. Der HPV-Test kann schon eine sehr geringe Anzahl von Viren nachweisen. Treffsicherheit: 85 bis 95 Prozent.
Risiken und Bedenken
Wer regelmäßig zum PAP-und HPV-Test geht, muss mindestens einmal im Leben mit einem auffälligen Befund rechnen. Das kann Ängste und sogar überflüssige chirurgische Eingriffe nach sich ziehen. Dennoch sind sich die Experten einig, dass der Nutzen die Risiken überwiegt: „Mit dem Screening können wir Krebsvorstufen rechtzeitig erkennen und wirksam behandeln – und so Gebärmutterhalskrebs in vielen Fällen effektiv verhindern“, so Dr. Bauer. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Früherkennung für Frauen ab 20 Jahren jährlich und für Frauen ab 35 Jahren alle drei Jahre.
HPV-Impfung
Mit einer HPV-Impfung lässt sich das Risiko für Gebärmutterhalskrebs senken. Die Stiko empfiehlt, Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren zu impfen. Bis zum Alter von 17 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Nachhol-Impfung. Da sie nicht vor allen Hochrisiko-HPV-Typen schützt, ersetzt die HPV-Impfung niemals die Früherkennung.