Die Knochendichtemessung ist eine Niedrigdosis-Röntgenuntersuchung, mit der sich die Dichte von Knochen ermitteln lässt. „Anhand des Ergebnisses können wir auf den Mineralsalzgehalt und die Qualität der Knochen schließen und so feststellen, ob der Patient an einer Osteoporose leidet. Aber die Messung gibt auch Hinweise, wie hoch das Risiko für einen Knochenbruch ist,“ erklärt der Münchner Orthopäde Dr. Felix Söller.
Das ist Osteoporose
Bei der Osteoporose – auch Knochenschwund genannt –verliert der Knochen nach und nach an Festigkeit und Masse, bis die Knochendichte schließlich so gering ist, dass die Knochen schon bei geringen Belastungen brechen können. „Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört diese Erkrankung zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit“, weiß Dr. Söller. Hierzulande sind rund acht Millionen Menschen betroffen; 80 Prozent der Osteoporose-Kranken sind Frauen.
Die Zielgruppe
Eine allgemeine Empfehlung für eine bestimmte Altersgruppe gibt es nicht. Häufige Anlässe für eine Messung der Knochendichte sind ein Knochenbruch, ohne dass ihm ein gravierendes Ereignis wie ein Unfall oder Sturz vorausgegangen ist, aber auch unklare Knochenschmerzen oder wenn Risikofaktoren wie eine genetische Vorbelastung bekannt sind. Dass viele von ihrer Krankheit erst durch einen Knochenbruch erfahren, sehen viele Experten kritisch. Sie fordern deshalb ein Früherkennungs-Screening für alle ab 55 Jahre. „Weiß man frühzeitig, dass man ein erhöhtes Knochenbruchrisiko hat, bietet sich die große Chance, einer fortschreitenden Schwächung des Knochens mit einfachen Maßnahmen wie körperlicher Aktivität oder einer kalziumreichen Ernährung gegenzusteuern“, gibt auch Dr. Söller zu bedenken.
Die Untersuchung
Die am häufigsten empfohlene Untersuchungsmethode, die DXA-Methode, misst mit einer speziellen, niedrigdosierten Röntgentechnik die Knochendichte in Hüfte und Lendenwirbelsäule. Ermittelt wird nicht die Knochendichte, sondern die Abweichung vom Durchschnittswert. Die quantitative Computertomografie (QCT) mit der Lendenwirbelsäule als zentraler Messregion und die an Armen oder Beinen durchgeführte periphere quantitative Computertomografie messen die Knochenstruktur dreidimensional. Die quantitative Ultraschallmessung wird meist am Fersenbein durchgeführt, die Methode wird nicht routinemäßig eingesetzt. Die Untersuchungen sind schmerzlos und dauern nur Minuten.
Die Auswertung
Mit der Knochendichtemessung lässt sich ein (beginnender) Knochenschwund feststellen und der Krankheitsverlauf kontrollieren, wenn bereits eine Osteoporose besteht. Die Aussagekraft variiert je nach Verfahren. Am genauesten ist die DXA-Methode, bei der das Risiko eines Messfehlers gegen null geht.
Risiken und Bedenken
Mit Ausnahme der quantitativen Ultraschallmessung werden bei allen Methoden Röntgenstrahlen eingesetzt. Man muss also mit einer gewissen Strahlenbelastung rechnen. „Tatsächlich ist die Strahlendosis aber insbesondere bei der DXA-Methode extrem gering, sodass die Strahlenbelastung deutlich unter der durchschnittlichen jährlichen Strahlenbelastung durch die Umwelt liegt“, so Dr. Söller. Wegen des Einsatzes von Röntgenstrahlen sollten Schwangere allerdings von einer Messung der Knochendichte absehen.
Die Kosten
Bei einer diagnostizierten Osteoporose wird die Knochendichtemessung alle fünf Jahre von der Krankenkasse bezahlt – vorausgesetzt, die Messung erfolgt mittels DXA-Methode.
Wird die Messung als Kontrolluntersuchung einer laufenden Therapie durchgeführt, werden die Kosten oft auch für ein kürzeres Untersuchungsintervall übernommen. Hier kann es Unterschiede geben. Deshalb sollte man sich vorab nach möglicherweise anfallenden Kosten erkundigen. Anspruch auf Kostenerstattung besteht auch, wenn ein erhöhtes Risiko für Osteoporose bekannt ist, etwa weil man chronisch krank ist oder man regelmäßig Medikamente wie Kortison einnehmen muss. Gleiches gilt, wenn der Arzt eine gezielte medikamentöse Behandlung einer Osteoporose beginnen will. Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für alle Messmethoden.