von Redaktion

VON NICOLA FÖRG

„Alle Vögel sind schon da“ ist ein bekanntes Frühlings- und Kinderlied. Und tatsächlich: Die Zugvögel kommen derzeit schon zurück und unterstützen die Standvögel, die den Winter über hier geblieben sind. Doch die bunte Vogelschar wird Jahr für Jahr kleiner! Der 7. Bericht der „Arbeitsgemeinschaft Seltene Brutvögel in Bayern“ (AGSB) beruht auf einem Monitoring aus den Jahren 2018 und 2019, bei dem der Bestand von 53 selten in Bayern brütenden Vogelarten ausgewertet wurde. „Selten brütend“ meint, dass es nicht mehr als 100 Brutpaare gibt, bei manchen ist es nur noch eine Handvoll. Und nicht überall ist die Datenlage klar.

Hans Joachim Fünfstück vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) sagt: „Gerade im Gebirge ist die Datenlage noch häufig schlecht. Es gibt wenige Alpenornithologen. Und wenn dann zusätzlich das Wetter mit Schnee, Sturm, Starkregen und Hagel dazukommt, wird es schwer mit der Vogelbeobachtung.“ Die Schweiz ist da besser aufgestellt. „Die Vogelschutzwarte Sempach bildet sehr gut aus und es gibt weit mehr hochgebirgstaugliche Ornithologen.“ Was bei einem Vogel wie der Ringdrossel hilft. Sie beginnt um sechs Uhr morgens zu singen, da muss der Beobachter schon vor Ort und vorbereitet sein.

Über den sehr seltenen Singvogel weiß man deshalb bis heute wenig, zum Beispiel auch nicht, wo er überwintert. Wie kann das sein? „Es gibt eine weitere Unterart, die in Skandinavien brütet, und die wurde auch schon beringt. Diese Vögel überwintern im Atlas in Marokko.“ Der LBV und die Vogelwarte Radolfzell wollen nun bayerische Ringdrosseln besendern, um endlich mehr über den Vogel zu erfahren. Denn man kann auch nur das schützen, was man in seinen Gewohnheiten kennt!

>> Interessanter Link www.5erls-naturfotos.de >> Buchtipp „Der frühe Vogel kann mich mal!“ Von Michael Schmolz: Kosmos-Vlg., 112 S., 10 Euro. (Der Vogelführer für Langschläfer: 54 Arten entdecken, ohne früh aufzustehen.)

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