So erkennen Eltern und Lehrer die Gefahren und können helfen

von Redaktion

In Deutschland werden nach der PISA-Studie der OECD (2018) 23 Prozent aller 15-jährigen Personen mehrmals im Monat Opfer von Mobbing an ihrer Schule. Aus dem OECD-Report zur Bedeutung des Schullebens für die Schülerinnen und Schüler geht hervor, dass 13 Prozent aller Befragten angeben, mehrmals monatlich Ziel von Spott und Lästereien zu sein. Das Bayerische Kultusministerium stellt auf seiner Homepage klar, dass zum Mobbing immer viele gehören, häufig ist die ganze Klasse beteiligt. Der Prozess ist der Folgende:

. Akteurinnen und Akteure ergreifen die Initiative, um jemanden aktiv zu schikanieren, und übernehmen die Führungsrolle. Sie haben in der Regel ein Gespür für Verletzlichkeit und geschwächte Positionen.

. Assistenten orientieren sich am Verhalten der Akteurin bzw. des Akteurs und unterstützen diese bzw. diesen vorbehaltlos. Sie schätzen oft die Auswirkungen des mobbenden Verhaltens falsch ein.

. Verstärker unterstützen das schädigende Verhalten, indem sie Anerkennung signalisieren, zum Beispiel lachen oder applaudieren.

. Verteidigerinnen und Verteidiger stellen sich zunächst auf die Seite der betroffenen Person und versuchen diese zu schützen.

. Außenstehende erleben spürbar die zunehmende (negative) Veränderung im Klassenklima, sind aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht bereit, sich einzumischen. Ihre Passivität kann als Billigung interpretiert werden.

. Das Mobbingopfer leidet unter den sich wiederholenden Attacken.

. Kinder und Jugendliche brauchen oft Zeit, Mobbingerlebnisse richtig einzuordnen und sich Erwachsenen anzuvertrauen. Bei einem Mobbingverdacht sollten die Eltern sich zunächst an den Klassenlehrer wenden. Eltern sollten keinesfalls von sich aus Kontakt zur Akteurin oder zum Akteur sowie deren bzw. dessen Eltern aufnehmen. Eine Verstärkung des unerwünschten Verhaltens könnte die Folge sein.

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