>> Eigentlich gehört er nach Asien. Aber das war ihm nicht genug! Schon um 1850 überwand er den Ural, eroberte langsam Gebiete gen Westen und überschritt im 20. Jahrhundert die Wolga. In den 1960er-Jahren wurde das flinke Tier dann aus Finnland gemeldet. Der Burunduk ist ein Hörnchen, ein waldbewohnendes Nagetier und wird auch Gestreiftes Backenhörnchen oder Asiatisches Streifenhörnchen genannt. Sie sind Verwandte der steppenbewohnenden Ziesel, leben aber in unterholzreichen Wäldern. Die Tiere können gut klettern, sind aber anders als Eichhörnchen einen großen Teil der Zeit am Boden. Inzwischen gibt es Burunduk-Populationen auch in Mitteleuropa, die von entlaufenen oder freigelassenen Tieren abstammen. Die meisten Gruppen sind recht klein und breiten sich nicht weiter aus. In Freiburg im Breisgau gab es 30 Jahre lang Burunduks am Hauptfriedhof. Sie starben aus, wahrscheinlich an Inzucht. Es gibt sie auch in Aschaffenburg im Park Schöntal, im Brüsseler Stadtwald oder in Belluno in den Wäldern entlang des Flusses Piave – aber nirgendwo haben sie große Ausbreitungstendenzen!
In der japanischen Kultur ist der Tanuki ein freundliches Wesen, dem der Schalk im Nacken sitzt. Hierzulande ist der Marder- oder Waschbärhund weniger erwünscht. Er ist weder mit Mardern noch mit Waschbären verwandt, sondern ist eine Art aus der Familie der Hunde. Er ist ein sehr scheuer und nachtaktiver Bewohner von Wäldern aus dem östlichen Sibirien, dem nordöstlichen China und eben Japan. In Europa hat man ihn wegen des Pelzes gehalten. Von 1928 bis 1950 wurden in der Ukraine fast 10 000 Tiere ausgesetzt. Und die zogen los: 1931 gab es die ersten Marderhunde in Finnland, 1951 in Rumänien und 1955 in Polen. Seit 1960 breitet sich der Marderhund auch in Deutschland aus, in Österreich hat er sich in Nieder- und Oberösterreich schon etabliert, ebenso in der Schweiz.
Der Marderhund lebt monogam und bleibt ein Leben lang als Paar zusammen. Die Tiere sind Allesfresser: Sie verspeisen Mäuse, Vögel, Eier, Fische, Kröten, Schnecken und Insekten ebenso wie Eicheln, Nüsse, Beeren und Obst. Das kurzbeinige Tier kam ins Gespräch, als Virologen die These in den Raum stellten, dass Marderhunde möglicherweise die gesuchten Zwischenwirte sind, die das Virus SARS-CoV-2 von Fledermäusen auf den Menschen übertragen haben.