Knallharter Verdrängungswettbewerb in Teichen, Bächen und Flüssen

von Redaktion

EROBERUNGEN UNTER WASSER

>> Die Schildkröte in den Alpen Die Rotwangen-Schmuckschildkröte kommt ursprünglich aus Nordamerika und ist mittlerweile in ruhigen Teichen oder auch langsam fließenden Flussabschnitten mit schlammigem Grund und dichter Ufervegetation in Österreich und allen Nachbarländern verbreitet. Sie kommt ursprünglich aus Aquarien, aber das Tier wird schnell mal 40 Jahre alt – und da setzt man es halt aus. Leider, denn es frisst Fische und Insekten und steht in Raum- und Nahrungskonkurrenz mit Sumpfschildkröten und anderen Schildkrötenarten und übt hohen Raubdruck auf Amphibienlarven aus! >> Europäer mit Zange Der aus Nordamerika stammende Amerikanische Signalkrebs ist mittlerweile in fast allen europäischen Flüssen, Bächen und Seen etabliert. Der Allesfresser ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, er hat eine höhere Toleranz gegenüber chemischer und organischer Verschmutzung der Gewässer als heimische Krebse. Er verdrängt zudem heimische Krebsarten durch Übertragung der Krebspest und durch größere Produktion von Nachkommen. Mittlerweile dringt er auch aktiv in sommerkühle Gewässeroberläufe vor, die bisher oft sichere Refugien für die heimischen Flusskrebse waren. Ein echtes Problem unter der Wasseroberfläche! >> Schwarzmeer in der Schweiz Im Rhein bei Basel machen die Schwarzmeergrundeln stellenweise mehr als drei Viertel der in Bodennähe lebenden Fische aus. Schwarzmeergrundeln ernähren sich von Muscheln, Krebsen, kleinen Fischen und Laich und kommen aus den südosteuropäischen Brackwassergebieten von Schwarzem und Asowschem Meer. Hauptsächlich gelangten sie als blinde Passagiere in den Ballasttanks großer Frachtschiffe in diese neuen Lebensräume. Offensichtlich kamen die Fische auf drei Routen: Die südliche Route verläuft über die Donau und den Main-Donau-Kanal zum Rhein. Die entlang dieser Wasserwege fahrenden Binnenschiffe wurden als Hauptauslöser der europäischen Grundelexpansion ausgemacht. Seit den 1990er-Jahren ist eine Ausbreitung entlang der Donau nachgewiesen, im Rhein-Gebiet tummeln sie sich seit etwa 2008. Und ein Ende der Invasion ist nicht in Sicht!

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