Achtung: Rote und raue Haut kann Vorstufe von Krebs sein

von Redaktion

München – Ungeschützt in die Sonne? Bloß nicht! Oft zeigen sich Schäden erst Jahre später in Form aktinischer Keratose. Die chronische Hautschädigung gilt als Vorstufe zu weißem Hautkrebs und hat längst den Charakter einer Volkskrankheit, mindestens acht Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Welche Therapien gibt es da? Und was bringen sie?

Die Haut vergisst keinen Sonnenbrand. Oft entsteht aktinische Keratose durch eine angehäufte UV-Dosis, die ein Mensch im Laufe des Lebens abbekommen hat. „Daher zeigt sich die Erkrankung bei Betroffenen in der Regel erst ab einem Alter von 50 oder 60 Jahren“, sagt Marion Moers-Carpi, Dermatologin in München.

Die schuppenden, rötlichen Flecken treten meist an Körperstellen auf, die häufig der Sonne ungeschützt ausgesetzt sind – etwa Stirn, Nase, Handrücken, Arme, Dekolleté oder Glatze. Wichtig ist es also, sich vor der Sonne zu schützen: durch Sonnencreme idealerweise mit Lichtschutzfaktor 50, lichtschützender Kleidung und das Tragen eines Huts mit möglichst breiter Krempe.

Wer solche Schutzmaßnahmen über Jahre hinweg versäumt, kann eines Tages an aktinischer Keratose erkranken. „Kritisch wird es, je länger die aktinische Keratose besteht“, sagt Marion Moers-Carpi. Die Hautschädigung kann sich zu einem bösartigen, örtlichen Tumor entwickeln: Plattenepithelkarzinom oder Spinaliom genannt. „Damit ist nicht zu spaßen, weil er in die Tiefe der Haut geht und vergleichsweise schwer zu behandeln ist“, sagt sie, und rät: „Lassen Sie schuppende, rötliche Hautflecken frühzeitig untersuchen lassen.“

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aktinische Keratose zu behandeln – etwa mit Creme oder chemischem Peeling. Oder die sogenannte Kyrotherapie: Dabei werden betroffene Stellen mit flüssigem Stickstoff vereist. Der Nachteil dieser Behandlungsform: „Sie hinterlässt häufig weiße Flecken“, sagt Marion Moers-Carpi. Aus ihrer Sicht sei es besser, betroffene Partien mit einer Lösung zu verätzen. Oder Mediziner entfernen die erkrankten Stellen – schaben betroffene Hautpartien ab, oder lasern sie weg. Vorher sollte ein Arzt jedoch mit Hilfe einer Gewebeprobe untersuchen, wie tief die Haut bereits geschädigt ist, rät Moers-Carpi. Bei tiefergehenden Schäden, kann man mit einer Operation betroffenes Gewebe entfernen.

Welche Methode die beste ist, hängt vom Einzelfall ab. Leider aber gibt es meist keine dauerhafte Heilung – meist gibt es Linderung für eine gewisse Zeit, doch es drohen Rückfälle.

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