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Der Biber hilft Die Moor-Arten

von Redaktion

>> Einem Gesundheits-Check hat die Moore im Voralpenland der Biologe Alfred Ringler unterzogen. Nach einem Langzeit-Monitoring in südostbayerischen Mooren zwischen 1961 und 2021 konnte nun Bilanz gezogen werden. Danach gingen in dem Zeitraum etwa 5552 Hektar Moorbiotope verloren, 1676 Hektar Moorflächen wurden renaturiert, „eine Wiedergutmachungsrate von etwa 30 %. Das bedeutet aber auch, dass für etwa zwei Drittel der Zerstörung noch kein Ausgleich erfolgt ist und wo renaturiert wurde, betraf das vor allem die niedrigen Hochmoore. Flachmoore werden aktuell vor allem vom Biber hydrologisch optimiert“, sagt Ringler. Viele kleinere Moore trockneten aus.

„Wir haben im Biber ein Tier, das die Vernässung umsonst macht“, sagt Andreas Zahn vom BUND Naturschutz. „Momentan ist der Tenor aber immer noch, Biberaktivitäten einzudämmen. Wir müssen die Landbesitzer mit ins Boot holen und so entschädigen, dass das attraktiv ist. Wenn der Landwirt dafür genauso viel bekommt, wie er für Mais bekäme, dann sähe es besser aus.“ Biberüberflutungen dulden und großzügig entschädigen ist seine Devise, denn Moore sind auch Horte der Artenvielfalt, hier gibt es (noch) wertbestimmende Pflanzen und Tiere. „Ich kann das nicht an dem einen Hitzesommer 2022 festmachen, aber das Spirkensterben hat sich die letzten Jahre verstärkt“, sagt Ringler. Fleischfressender Sonnentau, Torfmoos, Wollgras, Rosmarinheide oder Moosbeere gehen zurück. Und aufseiten der Tiere sind Brachvögel nur noch isoliert zu finden. >> Interessanter Link www.anl.bayern.de/ publikationen/anliegen

Die Unterscheidung erfolgt nach ihrer Wasser- und Mineralstoffabhängigkeit: >> Niedermoore nehmen ihr Wasser vor allem aus dem Untergrund, stehen also mit dem oberflächennahen Grundwasser in Kontakt. Sie sind in naturnahem Zustand sehr artenreich. Sie werden auch „Flachmoore“ genannt. >> Hochmoore entstehen, wo es ganzjährig viel regnet. Ihre Entwicklung hängt weitgehend vom Niederschlagswasser ab, sie sind auch artenärmer. Hochmoore werden auch „Regenwassermoore“ genannt werden. Den Namen haben sie durch die gewölbte Oberfläche, die aussehen kann wie ein kleiner „Bauch“. >> Zwischen- oder Übergangsmoore sind jene Gebiete, wo sowohl Regen- als auch Mineralwasser das Moor beeinflussen. >> Anmoor sagt man für Standorte, an denen der Humusgehalt zwischen 15 bis 30 Prozent beträgt.

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