Von schwirrenden Urzeit-Insekten und winzigen Mäusen

von Redaktion

DIE WICHTIGSTEN MOORBEWOHNER

>> Moorlibellen Die ersten Libellen schwirrten vor rund 320 Millionen Jahren durch die Sumpfwälder. Seit etwa 150 Millionen Jahren hat sich das Aussehen der Libellen wenig verändert. Sie überlebten die Dinos. Ein ganz großer Vorteil liegt sicher darin, dass die Libelle zwei Lebensräume hat. Als Larve lebt sie im Wasser, als Imago (=flugfähiges Insekt) kann sie fliegen und sich damit sehr schnell neue Regionen erschließen. Seit vier Jahrzehnten ist in Bayern die Gewässergüte in Fließgewässern immer besser geworden, das ist natürlich positiv. Aber jene Libellen, die in Hochmooren leben, die saures Wasser lieben, sind bedroht. Die schwarze Heidelibelle oder die Hochmoormosaikjungfer gehören dazu oder die gestreifte Quelljungfer, die hoch spezialisiert ist und bald keine kühlen Sickerquellen mitten im Wald vorfinden wird. So sind auch die Torf-Mosaik-Jungfer oder die Mond-Azur-Jungfer gefährdet, da Feuchtgebiete durch größere Hitze und Trockenheit immer seltener werden. Libellen sind biologische Frühwarnsysteme für den Klimawandel. Die Feuerlibelle stammt aus Nordafrika und kam sukzessive über die Alpen. >> Zwergspitzmaus Sie ist das kleinste landlebende Säugetier im deutschsprachigen Raum. In Mitteleuropa ist sie lediglich das kleinste Säugetier nördlich der Alpen, da südlich der Alpen die Etruskerspitzmaus noch winziger ist. Die Zwergspitzmaus ist 42 bis 66 mm lang, dazu kommen 35 bis 46 mm Schwanz. Sie wiegt bloß 2,6 bis 5,9 Gramm. Die Mäuschen werden maximal 16 Monate alt. Ein Weibchen hat bis zu 3 Würfe im Jahr mit zwei bis acht Jungen, die bei ihrer Geburt nur 0,25 Gramm wiegen. Sie müssen täglich die doppelte Menge ihres Körpergewichtes an Nahrung zu sich nehmen. Wie alle Spitzmäuse hat sie aufgrund ihrer insektenreichen Ernährung eine bedeutende Rolle im Ökosystem. Sie ist Fressfeind des Borkenkäfers und andererseits Nahrungsgrundlage gefährdeter Eulenarten wie der Schleiereule. Sie braucht feuchte, grasige und strauchreiche Biotope. >> Sumpfgrashüpfer Er besiedelt dauerfeuchte bis nasse Lebensräume. Wichtig für die Erhaltung der Art wären der Fortbestand von feuchten Wiesen, Sümpfen und Mooren. Auch das Anheben des Grundwasserspiegels in Flusstälern. So verinseln Populationen mehr und mehr. Keine guten Aussichten! >> Mooreidechse Sie ist feuchtigkeitsbedürftiger als andere Eidechsenarten und kann bei Gefahr auch mal durch kleinere Wasserflächen schwimmen. Sie ist ein ganz besonderes Tier. Sie legt keine Eier, wie andere Eidechsen, sondern bekommt lebendige kleine Eidechsen-Babys. Das ist eine Anpassung an feuchte, kühle Lebensräume, denn andere Echsen müssen ihre Eier von der Sonne ausbrüten lassen. Bei der Mooreidechse sucht das trächtige Weibchen Sonnenplätze auf und lässt sich die Sonne tatsächlich auf den Bauch scheinen. >> Hochmoor-Bläuling Der Hochmoor-Bläuling wird auch als Moor-Heidelbeeren-Bläuling bezeichnet. Dieser Name weist auf die wichtigsten Voraussetzungen für sein (Über-)Leben hin. In Bayern wird er auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt. In der Kombination von Versiegelung der Landschaft plus Intensivlandwirtschaft plus Erwärmung werden wohl auch Hochmoor-Gelbling, Randring-Perlmutterfalter und Natterwurz-Perlmutterfalter aussterben.

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