So funktioniert das smarte Heizen

von Redaktion

VON JÖRG HEINRICH

Noch ist der Sommer 2022 nicht ganz vorbei. Aber draußen beginnt es bereits zu herbsteln. Und dann dauert es nicht mehr lange bis zum Beginn der Heizsaison. Wer schnell fröstelt, dreht wahrscheinlich schon im September am Thermostat – was angesichts explodierender Gas- und Energiepreise in diesem Herbst und Winter extrem teuer werden dürfte. Smarte Heizkörper-Thermostate können einen wichtigen Beitrag leisten, um Energie und damit bares Geld zu sparen.

Die Hersteller versprechen im besten Fall 30 bis 40 Prozent weniger Verbrauch. Je älter ein Gebäude ist, desto größer wird das Potenzial. So könnten sich zumindest Nachzahlungen deutlich reduzieren. Wir verraten, wie das smarte Heizen funktioniert und was man dafür braucht.

Das ist smartes Heizen

Die intelligenten Thermostate von Firmen wie Eve und Tado aus München oder von Fritzbox-Hersteller AVM aus Berlin ersetzen die alten Thermostate zum Drehen, die sich an den meisten Heizkörpern befinden. Während die Klassiker nur recht ungefähr zu regeln sind, lässt sich die Raumtemperatur mit der smarten Technik per App exakt einstellen.

Wer nicht friert, schaltet im Smartphone-Menü runter von 20 auf 19 Grad und spart damit bares Geld. In die Thermostate ist ein kleiner Motor mit Batterie eingebaut, der per App-Fernbedienung das Drehen übernimmt. Wenn er arbeitet, ist er im Übrigen recht deutlich zu hören. Im Schlafzimmer kann das nachts stören.

Nicht zu viel heizen

Mit den alten Thermostaten wird oft viel Heizenergie verschwendet. Wer einen halben Tag nicht zuhause ist oder ein Zimmer nur selten bewohnt, muss die Heizung nicht auf „Vollgas“ laufen lassen. Die schlaue und moderne Technik ermöglicht per App Zeitpläne mit exakten Uhrzeiten und Temperaturen. Wenn niemand daheim ist, merkt das die Software, weil sie kein Smartphone mehr findet. Dann schaltet sich die Heizung auf Wunsch automatisch ab. Zusätzliche Fenster- und Türsensoren erledigen das auch, wenn gelüftet wird. So wird keine teure Wärme nach draußen geblasen.

Das braucht man

Es gibt jede Menge Firmen, die solche intelligenten Thermostate anbieten. Welches Produkt sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Technik in der Wohnung bereits verwendet wird. Der Münchner Hersteller Eve setzt mit seinem Thermostat „Thermo“ (70 Euro) ganz auf Apple-Umgebungen.

Wer schon ein iPad, die Fernsehbox Apple TV oder einen HomePod-Lautsprecher zuhause hat, braucht nur eines oder mehrere der Thermostate – aber kein Zusatzgerät als Steuerzentrale. Denn das läuft direkt über die vorhandene Apple-Hardware.

Tado – ebenfalls aus München – benötigt dagegen für sein System (Apple oder Android) eine sogenannte Bridge als Zentrale. Das Tado-Starterkit V3+ mit einem Thermostat und Bridge gibt es für 130 bis 150 Euro.

Beim AVM Fritzdect 302 (85 Euro) dient, falls ohnehin schon im Haus, ein Fritzbox-Router als Zentrale. Auch für Thermostate von Homematic, Devolo und der Telekom gibt es in aller Regel gute Kritiken.

So läuft die Installation

Wer sich ein smartes Thermostat zulegen will, sollte sich zunächst schlaumachen, ob das Gerät zu seiner Art von Heizung passt. Hier helfen die Hersteller weiter. Generell gilt, dass die Thermostate fast an jeden gängigen Heizkörper passen. Wenn das Gewinde nicht übereinstimmt, liegen in aller Regel Adapter bei.

Die Installation dauert auch für Laien nur gute fünf Minuten: Zunächst das alte Thermostat abschrauben. Dabei tritt kein Wasser aus, weil nur das Ventil freigelegt wird, das künftig das smarte Thermostat mit seinem Motor regelt.

Anschließend kommt das neue Thermostat drauf und wird per App in Betrieb genommen, fertig. Dann kann das smarte Heizen beginnen – und hoffentlich auch das Energiesparen.

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