AKTUELLES AUS DER ONKOLOGIE

Früh verabreichte Chemotherapien Personalisierte Nachsorgekonzepte Computertomografie wesentlich genauer

von Redaktion

Es kann oft sinnvoll sein, den Tumor vor einer Operation mittels Chemotherapie kleiner zu machen, weil er dann schonender entfernt werden kann und besser sichergestellt werden kann, dass alles raus ist (in der Fachsprache nennt man das neoadjuvante Chemotherapie), sagt Prof. Florian Bassermann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III am Klinikum rechts der Isar (TUM).

Manchmal kommt neue Hoffnung auf mehr Sicherheit vor einer Wiedererkrankung mit einem Schrecken daher: „Besonders beim Thema Brustkrebsnachsorge hat sich in den vergangenen Jahren Enormes getan – wir können Risiken für Rezidive, also ein Wiederauftreten des Tumors an der gleichen oder einer anderen Stelle im Körper heute viel genauer einschätzen als noch vor ein paar Jahren, und unsere Nachsorge insofern nachträglich präzisieren“, erklärt Privatdozentin Dr. Rachel Würstlein, die stellvertretende Leiterin und Geschäftsführende Oberärztin des Brustzentrums in der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am LMU Klinikum. „Vereinfacht kann man sagen: Während man früher nach einem festen Schema behandelte und es auch für die Nachsorge einen weitgehend einheitlichen Plan gab, steht heute der einzelne Patient mit seiner ganz speziellen Erkrankung im Mittelpunkt.“ Aufschluss geben den Wissenschaftlern unter anderem molekulare Analysen der Tumoren und große Datenbanken, an denen die Daten zu Brustkrebserkrankungen, Metastasen und Heilungschancen mittels Künstlicher Intelligenz analysiert werden.

Das sogenannte „PhotonCounting-Verfahren“ bei der Computertomografie (CT) hat diese Technologie quasi in eine neue Dimension katapultiert – Experten beschreiben den Fortschritt so wie der vom Schwarz-Weiß-Fernsehen hin zum hochauflösenden HD-Farbfernsehen. Die neuen photonenzählenden Detektoren liefern weit mehr Informationen in kurzer Zeit als die herkömmlichen – dies erlauben dann eine deutlich höhere Auflösung. Dadurch kann man schon deutlich kleinere Läsionen, also Schädigungen, Verletzungen oder Störungen einer anatomischen Struktur, entdecken. Zum anderen können die Radiologen auch die Gewebeeigenschaften solche Läsionen besser charakterisieren.

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