Aus für die beste Schallplatte der Welt

von Redaktion

Der niederösterreichische Tüftler und Musik-Unternehmer Günter Loibl hatte große Pläne mit seinem Projekt „HD Vinyl“. Er wollte die besten Schallplatten der Welt erschaffen.

Dafür sollte die Musik nicht mehr wie seit Jahrzehnten mit einem Schneidestichel ins Vinyl geritzt, sondern digital per Laser eingebrannt werden. Die Vorteile klangen in der Theorie spektakulär: 30 Prozent höherer Klangumfang der Platten, bis zu 30 Prozent längere Laufzeit. Auf einer LP hätte damit gut eine Stunde Musik in HD-Soundqualität Platz. Die Produktionskosten wären niedriger gewesen als mit der aktuellen Technik. Und die HD-Platten hätten sich auf jedem herkömmlichen Plattenspieler abspielen lassen. Nun ist das ambitionierte Projekt vorerst gescheitert. Die eigens für „HD Vinyl“ gegründete Firma Rebeat Innovation musste Insolvenz anmelden.

Trotz vielversprechender Ansätze hat sich in der Praxis gezeigt, dass der Laser die erstaunliche Präzision der alten Schneidemaschinen aktuell noch nicht erreicht. Während die analoge Technik mit einer Genauigkeit von unter einem Nanometer (ein Millionstel Millimeter) arbeitet, schafft der Laser lediglich um die 100 Nanometer. Nach der Insolvenz steht nun ein Minus von 700 000 Euro in den Büchern. Doch Erfinder Loibl, der im Bereich Streaming mit Firmen aus aller Welt zusammenarbeitet, sucht bereits Investoren für ein neues Verfahren, bei dem das analoge Audiosignal den Laser steuert. Denn der Markt für besser klingende Platten könnte angesichts des aktuellen Vinyl-Booms enorm groß sein. Fazit des Österreichers zur zunächst gescheiterten Idee: „Wenn man nur das macht, das funktioniert, gibt es keine Innovation. Wenn es funktioniert, bist du der Held. Wenn nicht, bist du der Oarsch.“ JÖRG HEINRICH

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