Gleich drei neue iPhone-Modelle hat Apple im September auf den Markt gebracht und ein weiteres folgt im Oktober. Doch sind die Smartphones das viele Geld auch wert? Wir haben uns die Geräte genauer angesehen.
Unterschiede
So groß war der Unterschied zwischen den Standard-iPhones und den Pro-Varianten noch nie. Vor allem mit dem schnelleren A16-Chip und der deutlich verbesserten Dreifach-Kamera will Apple die Käufer dazu bringen, den Mehrpreis fürs 14 Pro oder Pro Max zu bezahlen. Wobei: Mit ebenfalls verbesserten Kameras, mit Satelliten-Notruf und Autounfall-Erkennung spendiert Apple auch dem normalen iPhone 14 einige interessante Neuheiten.
Tempo
Den neuen A16-Bionic-Prozessor bekommen nur 14 Pro und Pro Max. Laut ersten Tests läuft er zehn bis 15 Prozent schneller als der Vorgänger. Im alltäglichen Gebrauch ist davon aber wenig zu spüren. Der neue Chip lohnt sich erst in ein paar Jahren, wenn ihn Apple länger mit frischen iOS-Versionen versorgt. Den gleichen Vorteil hat dann auch das normale iPhone 14, in dem jetzt der A15 Bionic aus dem letztjährigen 13 Pro werkelt.
Kameras
Beim Standard-14er ist die Front-Kamera erstmals mit Autofokus ausgestattet. Das sorgt für schnelleres Scharfstellen bei Selfies. Deutlich aufgerüstet zeigen sich aber nur die Kameras von 14 Pro und Pro Max. Hier kommt die hintere Weitwinkel-Cam erstmals mit 48 statt 12 Megapixeln. Bei Schnappschüssen sind kaum Unterschiede zu sehen, hier haben schon die Vorgänger erstklassig fotografiert. Im Nachtmodus hat aber vor allem das 14 Pro große Fortschritte gemacht. In unserem Test beim Arcade-Fire-Konzert in München hat es als erstes iPhone bei diesen schwierigen Lichtverhältnissen für wirklich brauchbare bis gute Fotos gesorgt. Der 48-Megapixel-Modus mit den RAW-Rohdaten der Bilder bietet Foto-Profis bessere Bearbeitungsmöglichkeiten denn je. Vor allem für sie lohnen sich 14 Pro und Pro Max.
Dynamic Island
Den neuesten Trick gibt es nur für die neuen Pro-iPhones. Apple hat die schwarze Kamera-Kerbe „Notch“ oben am Bildschirm verkleinert und mit einem pillenförmigen Design nach unten gerückt. Sie wird jetzt als Nachrichtenzentrale „Dynamic Island“ getarnt, die je nach Bedarf wächst und schrumpft. Sie zeigt zum Beispiel Anrufe oder die aktuell laufende Musik an. Ein witziger Effekt, den die ersten Android-Apps bereits jetzt nachahmen.
Bildschirme
OLED bieten alle vier neuen iPhones. Trotzdem hat Apple auch hier dem 14 Pro und Pro Max die modernere Technik spendiert. Bei Sonnenschein leuchten sie maximal 2000 Nits hell und sind damit in unserem Test perfekt ablesbar. Allerdings schmilzt dann auch der Akkustand wie Butter in der Sonne.
Reparaturen
Hier haben Käufer der normalen neuen iPhones 14 Grund zur Freude. Bei ihnen (und nicht beim Pro) verbindet Apple die gläserne Rückseite nicht mehr fest mit dem Alu-Rahmen. Wenn ein Techniker ins Innere muss, muss damit nicht mehr der Bildschirm aufwendig entfernt werden. Das kann je nach Schaden hunderte von Euro sparen.
Sicherheit
Zwei neue Funktionen, die niemand selbst ausprobieren will, sollen die Sicherheit der Besitzer aller vier neuen iPhones verbessern. Die Handys erkennen jetzt, wenn es offenbar zu einem Autounfall gekommen ist – und alarmieren automatisch Rettungskräfte, wenn der Nutzer nicht mehr reagiert. Dafür analysiert das iPhone nicht nur die plötzliche Verzögerung des Beschleunigungssensors, sondern auch typische Unfallgeräusche und die Luftdruckänderung beim Auslösen des Airbags. Der neue Satellitennotruf für Gegenden ohne Mobilfunkempfang startet im November zunächst in den USA und Kanada. Er könnte dann aber relativ schnell auch nach Deutschland kommen. Die notwendige Hardware ist auch in den europäischen iPhones eingebaut.
Preise
Meistdiskutierte „Neuheit“ sind die enorm hohen Deutschland-Preise, die von 999 Euro fürs iPhone 14 mit kargen 128 GB Speicher bis zu 2099 Euro fürs Pro Max mit 1 TB reichen. Durch den schlechten Euro-Wechselkurs waren iPhones nie zuvor so teuer. Zum Vergleich: Das Google Pixel 6 (Warentest-Note 1,9) gibt es schon um die 500 Euro.
Kaufempfehlung
Wer ein iPhone aus den letzten drei Jahren hat, etwa ab dem iPhone 11 von 2019, kann sich das Geld fürs iPhone 14 gut sparen. Hier liegen die Fortschritte eher im Detail. Besitzer älterer Modelle freuen sich dagegen über einen großen Sprung gerade bei Bildschirmen und Kameras. Wobei: Hier sind iPhone 12 und 13 clevere Alternativen. Sie verkauft Apple weiterhin ab 799 Euro. Bei Dritt-anbietern klappt’s oft noch günstiger. Beinahe wie neu gibt es das iPhone 12 bei backmarket.de schon ab etwa 500 Euro. Und das Samsung Galaxy S21 FE für ebenfalls rund 500 Euro überzeugt die Stiftung Warentest mit Note 2,0.