Ältere Menschen sind besonders oft von Schwindel betroffen. Die Ursachen können vielfältig sein, sagt Dr. Franziska von Meyer von der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum rechts der Isar.
Ist Schwindel ein typisches Problem des Alters?
Dr. von Meyer: Schwindel kann grundsätzlich bei Menschen in jedem Alter auftreten. Das Risiko steigt aber mit fortschreitendem Lebensalter. So leidet Studien zufolge jeder fünfte über 60-Jährige an Schwindel, der die Alltagsaktivität einschränkt und einen Arztbesuch erfordert. In der Altersgruppe ab 70 Jahren ist es schon jeder Dritte, bei den über 80-Jährigen sogar jeder Zweite.
Und wie findet man sein Gleichgewicht wieder?
Dr. von Meyer: Da Schwindel und Gangunsicherheit in vielen Fällen Ausdruck einer Kombination von Störungen an verschiedenen Organsystemen ist, sind eine strukturierte Anamnese und klinische Untersuchung die wichtigsten Aspekte bei der Klärung der Ursache. Wenn diese gefunden wurde, sind Schwindel und Gangunsicherheit im Alter meist gut behandelbar.
Die Therapie erfordert dabei häufig eine Kombination mehrerer Verfahren. Je nach Ursache kommen unter anderem medikamentöse Therapien, physiotherapeutische Übungen und ein kognitives Training zur Verbesserung der Hirnleistung zum Einsatz. Ein Problem ist es, dass viele Patientinnen und Patienten mit Schwindel ihre körperliche Aktivität einschränken, weil sie Angst haben zu stürzen. Dabei stärken körperliche Aktivität und Bewegung das Gleichgewichtssystem, die Muskelmasse und das Körpergefühl. Daher sind Bewegungsübungen, gegebenenfalls unter physiotherapeutischer Anleitung, oft sogar die wichtigste Schwindeltherapie.